«Da liegen in einem einzigen Raum 40, 50 bis 70 Personen. Holzpritschen, elendes altes Stroh, darauf liegen sie Körper an Körper hingeschlichtet. In einem solchen Raum, der etwa 10 Meter lang, 8 Meter breit und höchsten 2,2 Meter hoch ist, liegen über 40 Personen, für deren jede also kaum 4 Kubikmeter Luft bleiben. Da liegen sie denn, diese armen Menschen, ohne Betttuch, ohne Decke. Alte Fetzen bilden die Unterlage, ihre schmutzigen Kleider dienen zum Zudecken.»
Das waren noch Zeiten, als die Führer der österreichischen Sozialdemokratie sich den entrechtetsten sozialen Milieus zuwandten. Das Zitat stammt aus Victor Adlers Bericht über die Situation der «Ziegelböhm´», der Sklaven der Favoritner Ziegelfabriken.
120 Jahre später ist die Sozialdemokratie auf den Voves gekommen. Franz Voves ist Vorsitzender der SPÖ der Steiermark und steirischer Landeshauptmann, und er hat ein wichtiges Signal gegeben: den sozialdemokratischen Schulterschluss mit dem Führer der extremen Rechten im Parlament, St.Rache, in der «Bettlerfrage». Den Rest des Beitrags lesen »
“Ein Pflichtfilm für alle, denen die Zumutung von ein paar Bettlern im Stadtbild ihren Schlaf der (Selbst-) Gerechten raubt.” Kleine Zeitung, Juli 2009
“Ein ganz bemerkenswertes, respektgebietendes Porträt…” Der Standard, April 2008
Natasha lebt in einer kleinen Stadt in der Nähe von Sofia/Bulgarien. Um ihre Familie zu ernähren, fährt sie seit drei Jahren mehrmals jährlich nach Österreich um zu betteln. Ulli Gladik, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, begleitete Natasha und ihre Familie im Zeitraum von fast zwei Jahren. Der Film zeigt Natashas Alltag als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände in ihrer Heimat.
84 min, Bulgarisch mit deutschen Untertiteln
Ab 15. Jänner täglich um 18 Uhr Topkino Wien 6, Rahlgasse 1
Attila (Name geändert) bettelt in Wien Floridsdorf. Eigentlich kommt er aus der Slowakei. Doch weil die Sozialhilfe nicht zum Überleben reicht und er keine Arbeit findet, versucht er mittels Betteln seine Familie durchzubringen. ”Wenn ich bei der Mafia wäre, müsste ich nicht hier sitzen” so Attila, und:
“Die Polizei sind die Mafiosi, denn SIE nehmen uns das Geld ab”.
Auf welcher Rechtsbasis nimmt die Wiener Polizei den BettlerInnen das Geld ab, das sie von aufmerksamen und hilfsbereiten Menschen, die gegen die Hetzkampagnen resistent sind, erhalten haben? Dass solches – wie selbstverständlich – passiert, bestätigte Polizeisprecher Goldgruber in der Kronenzeitung vom 21. Juli. Es gibt kein verfasstes Recht im Universum, das diese informelle Enteignung legitimieren könnte. Also wann, Herr Goldgruber, krieg ich meine hundert Euro zurück, die ich – im Wissen um die Lebensbedingungen in Osteuropa – im Laufe des Jahres an BettlerInnen ausgeteilt habe und die möglicherweise in Polizeitöpfe geflossen sind?
Im Kampf gegen das Betteln beweisen Justiz und Exekutive Fantasie
Während der Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP von der «Stürmung des Christkindlmarktes durch Bettlerbanden» halluziniert, verhängte ein Richter des Unabhängigen Verwaltungssenats eine 20-stündige Polizeihaft gegen den Bettler und Augustinverkäufer Markus H. Sein Delikt: Beim Sitzen an der Hauswand ragten die Beine minutenlang einen (!) Meter in den mehr als zehn Meter breiten Gehsteig der Mariahilfer Straße.
Wenn es um BettlerInnen geht, vergisst die Gesellschaft, dass sie das Erbe der Aufklärung trägt, und steigert sich in einen Irrationalismus hinein, der keine Grenzen zu kennen scheint.
Tatort 1, Platz vor dem Wiener Rathaus. Der konservative Politiker Wolfgang Ulm, der es zum Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP gebracht hat, hat sich eine Aufgabe gestellt, mit der glaubt, in der Adventzeit punkten zu können. Den Christkindlmarkt, «eine wunderbare Sache, eine Wiener Institution», will er vor dem Gesindel retten. Den Rest des Beitrags lesen »
Wiederholt wurde die Bettellobby auf die einschlägigen Pressemeldung von ÖVP Sicherheitssprecher Ulm aufmerksam. Letzten Sommer gab es sogar ein Gespräch zwischen BettellobbyistInnen und Ulm. Ohne Erfolg, wie man sieht. Der bekennende Christ ist weiterhin auf Stimmenfang im rechten Lager. Er denunziert Bedürftige als “Bettelbanden” um den Boden für seine Forderung nach einem generellen Bettelverbot aufzubereiten.
Sehr traurig macht uns neuerlich die Haltung eines Politikers mit christlich-sozialem Hintergrund, nämlich angesichts der bettelnden Menschen mit Ablehnung und der Forderung nach Verboten zu reagieren. Den Rest des Beitrags lesen »
Natasha lebt in einer kleinen Stadt in der Nähe von Sofia/Bulgarien. Um ihre Familie zu ernähren, fährt sie seit drei Jahren mehrmals jährlich nach Österreich um zu betteln. Ulli Gladik, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, begleitete Natasha und ihre Familie im Zeitraum von fast zwei Jahren. Der Film zeigt Natashas Alltag als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände in ihrer Heimat.
84 min, Digi Beta,Bulgarisch mit deutschen oder englischen Untertiteln
Wussten Sie,dass jeder Mensch das Recht hat, den Lebensunterhalt für sich und seine Angehörigen zu verdienen, wenn nicht anders möglich auch durch betteln?
Wussten Sie,dass Betteln weder die öffentliche Ordnung oder Sicherheit noch irgendwelche anderen Rechtsgüter verletzt?
Wussten Sie,dass ein Bettelverbot, einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bedeutet?
Wussten Sie, dass das Vorurteil des „organisierten“ Bettelns (Mafia), weder durch die Polizei, noch durch wissenschaftliche Recherchen bestätigt werden kann? Den Rest des Beitrags lesen »
In der Wiener Innenstadt müssen BettlerInnen- werden sie beim Betteln angetroffen- aufs Polizeirevier mitgehen, sie müssen sich in Anwesenheit eines/r Beamtin entkleiden, meist ihr gesamtes Geld der Polizei übergeben und häufig bekommen sie zusätzlich auch noch eine Strafe von ca. 70 Euro. Zur Erinnerung: in Wien gibt es KEIN Bettelverbot.
Christliche und rechte Parteien verlangen ein Bettelverbot. Um die Akzeptanz für dieses Verbot in der Bevölkerung zu erhöhen, werden BettlerInnen in den Medien bewusst denunziert und kriminalisiert.
Um auf diese Missstände hinzuweisen, veranstalteten AugustinmitarbeiterInnen und BettelLobbyistInnen am Freitag dem 13. eine Aktion im 1. Bezirk. Neben der Theateraufführung wurden Infozettel verteilt und es gab viele Diskussionen mit PassantInnen.
Am 14.11. berichtete der Kurier über rumänische PolizistInnen, die den Wr. KollegInnen helfen sollen, die “Hintermänner” auszuspüren. Doch: “An diesem Freitag verlief der Einsatz nicht wie erhofft. Kein Bettler weit und breit.” Wahrscheinlich waren die alle bei der F13-Aktion )