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Dienstag, 10. Jänner 2012, 18:00 Uhr, Schubertkino
GRAZ – Hauptstadt des Bettelverbots „Im Februar 2011 haben wir bei der großen Demonstration vor dem Grazer Landhaus & in der Herrengasse (12.02.2011), bei der darauf folgenden entscheidenden Sitzung im Steiermärkischen Landtag (15.02.2011), bei der Plakataktion rund um das Bettelverbot (25.02.2011) sowie bei der Eröffnung der Ausstellung „Wir alle sind Bettler, das ist wahr“ im Grazer Stadtmuseum (14.04.2011) gedreht. Aus diesen gesammelten Materialien haben wir ein mehr oder minder polemisches Videodokument montiert.“ Österreich 2011, Video Farbe, Länge: 29’ 37“ Begrüssung & Einführung: Dr. Kurt Flecker |
GRAZ – Hauptstadt des Bettelverbots -Filmvorführung Schubertkino Graz
Januar 10, 2012Frau Martinas Kampf gegen das Wiener Bettelverbot.
Dezember 21, 2011Martina S. ist 46 Jahre alt. Aufgrund einer Erkrankung ist sie arbeitsunfähig und bezieht Mindestrente. Doch das Geld reicht nicht, vor allem wenn Sonderausgaben anstehen: „Das schlimmste wäre für mich, meine Wohnung zu verlieren“ erzählt sie Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Wiener Grünen. Regelmäßig bettelt Frau Martina S. ein paar Stunden in einer Wiener Einkaufsstraße. Doch Betteln ist in Wien defacto verboten. Frau S. hat schon viele Strafverfügungen wegen „gewerbsmäßiger Bettelei“ bekommen. Bürgermeister Häupls Aussage, dass das „gewerbliche“ Bettelverbot nicht dazu da wäre, um arme Leute zu verfolgen, mutet absurd an. Wer sonst, wenn nicht Armutsbetroffene sind von Bettelverboten betroffen? Frau S. will sich ihr Recht, im öffentlichen Raum andere Menschen um Hilfe bitten zu dürfen, nicht nehmen lassen. Unterstützt von den Wiener Grünen, der BettelLobbyWien und dem Neunerhaus hat sie im Sommer 2010 eine Verfassungsklage gegen das Bettelverbot eingebracht. Nach eineinhalb Jahren kam das Verfassungsgericht nun zum Schluss, dass Bettelverordnungen nicht Länder-, sondern Bundessache wären. Eine endgültige Entscheidung soll es im Frühling geben.
Der Josefstädter Kampf gegen die «organisierte Kriminalität»: Die Klappstockerlmafia
Dezember 5, 2011Was die FPÖ kann, können wir auch, denkt sich die ÖVP in der Josefstadt, und fischt im rechten Lager fleißig nach Stimmen – auch auf dem Rücken eines rumänischen Straßenzeitungsverkäufers. (Text: Werner Hörtner, aus dem Augustin 310)
Herr Constantin Butrea ist einer jener Menschen, bei dem man schon auf den ersten Blick den Eindruck hat, er könne keiner Fliege etwas zuleide tun. Friedlich und freundlich lächelnd sitzt er oder steht er vor einem Billa-Geschäft in der Florianigasse im 8. Gemeindebezirk und verkauft Straßenzeitungen. Sitzt er oder steht er: das ist die Frage, das ist der Stein des Anstoßes, darin liegt der Grund, weshalb sich der seit Jahren legal in Wien lebende Rumäne einer regelrechten Verfolgung durch einzelne Polizeiorgane der Josefstadt ausgesetzt sieht.
«Herr Constantin Butrea leidet an einer schmerzhaften entzündlichen Erkrankung im Magenbereich, ist mittellos, steht in ärztlicher Behandlung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien und hat die Genehmigung, als Straßenzeitungsverkäufer zu arbeiten. Den Rest des Beitrags lesen »
Diskussionsveranstaltung: Zur aktuellen Situation von Roma in Bulgarien
November 18, 2011Anlässlich der jüngsten Ausschreitungen gegen Roma in Bulgarien lädt der Verein Romano Centro am 23.11. ab 19:30 zu einer Diskussion zur Situation der Roma in Bulgarien. Es diskutieren:
Frank Abbas, NGO-Vertreter, berichtet über seine Erfahrungen in einer Romasiedlung während der Ausschreitungen
Ulli Gladik, Filmemacherin
Eva Sobotka, European Agency for Fundamental Rights
Dina Popova, Vertreterin der Botschaft der Republik Bulgarien
Stefka Böhme, Künstlerin
Dima Vaneva, Ethnologin
Moderation: Ferdinand Koller, Romano Centro
Ort: Romano Centro, Hofmannsthalgasse 2, 1030 Wien
Antiziganismus – von Politiker_innen benutzt, von Medien verbreitet
November 3, 2011
Ausgrenzung von Arbeitsmarkt und Bildung, Vertreibung, Verfolgung, aber auch gewalttätige Ausschreitungen und tödliche Gewalt – die Bandbreite antiziganistischer Praktiken ist groß und hat fatale Auswirkung auf das Leben von als «Zigeuner» wahrgenommenen Menschen. Was den Boden für Antiziganismus bereitet, welche Funktionen er erfüllt und was man dagegen machen kann, darüber sprach Ulli Gladik mit dem Politologen Markus End, Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.Nur in zwei Fällen ermittelt, trotzdem spricht Polizeioberst immer wieder von „Bettelmafia“.
Oktober 4, 2011„Bettelei ist eine dramatische Form des Menschenhandels und der Ausbeutung“ erzählt Oberst Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt gerne den Medien: verschwindend gering sei jener Teil von Bettlern, die tatsächlich für sich selbst auf der Straße sitzen… (News Sept. 2010, Kleine Zeitung 2011)
„Das lässt sich durch konkrete Erhebungsergebnisse so nicht beweisen und als Polizist kann ich Ihnen jetzt keine Vermutungen erzählen, sondern nur das, was sich beweisen lässt.“ sagte sein Kollege Peter Goldgruber von der Bundespolizeidirektion Wien im Dezember 2009 zur Frage nach den mafiösen Bettelbanden in Ö1.
Hat die österreichische Polizei zwischen 2009 und 2011 also so fleißig ermittelt, dass es jetzt Beweise gibt, dass fast alle BettlerInnen zum Betteln gezwungen werden? Den Rest des Beitrags lesen »
„Kein Rom geht hier freiwillig auf die Straße“ Ausschreitungen in Bulgarien
September 27, 2011Nicht nur in den großen, auch in kleineren Städten gab es gestern Aufmärsche und Gewalt gegen Roma. „In Pernik waren während der Nacht Motorradfahrer unterwegs und verprügelten jeden Rom, den sie antrafen“, erzählt Frau K.: „Viele meiner arbeitslosen Nachbarn müssen hier Straßenarbeiten und Reinigungsarbeiten in der Stadt verrichten, weil sie sonst ihren Anspruch auf Sozialhilfe verlieren, doch heute geht niemand zur Arbeit. Wir trauen uns nicht auf die Straße“.
Pogrome in den großen Städten Bulgariens gehen weiter.
September 26, 2011Nach den Pogromen Samstag Nacht gehen die gewalttätigen Ausschreitungen gegen Roma heute Montag in Bulgarien weiter. In vielen bulgarischen Städten gibt es Versuche, Romaviertel zu stürmen. Die gewalttätigen Übergriffe zielen auch auf islamische Einrichtungen ab. Laut Novinite hat die Polizei die Lage noch unter Kontrolle.
In bulgarischen Medien, wie etwa der weit verbreiteten (zum WAZ Konzern gehörenden) 24chasa wurden die Gewaltausschreitungen, die Samstag Nacht in der Nähe von Plovdiv statt gefunden haben, gestern als „Selbstjustiz des Volkes“ gerechtfertigt. Kiril Rashkov und seine Familie wurden extrem denunziert, obwohl der Tathergang des Unfalltods eines 19jährigen noch nicht geklärt ist. Der Tod des 19jährigen war wohl der Auslöser der Ausschreitungen am Samstag gegen Rashkovs Familie. Auch westliche Medien, wie etwa die NZZ oder die Kleine Zeitung haben die einseitige Berichterstattung der bulgarischen Medien, die die Ausschreitungen gegen Kiril Rashkovs Familie als „ethnische Auseinandersetzungen“ verharmlost, unhinterfragt übernommen. Rassistische Bezeichnungen wie „Zigeunerboss“ „Zigeunerclan“ „Roma-Boss“ und so weiter wurden ebenfalls einfach übernommen. Die Postings in der Kleinen Zeitung geben einen guten Eindruck, wie die Verhetzung voranschreitet…
Pogrome gegen Roma jetzt auch in Bulgarien.
September 26, 2011September 25th, 2011 | Quelle: d´Roma Blog
Wie bulgarische Medien berichten, haben sich Einwohner aus dem Dorf Katuniza (Катуница) und Fußballhooligans aus der zweitgrößten bulgarischen Stadt Plovdiv am Samstagabend im Ort versammelt und drei Häuser der Großfamilie des Politikers Kiril Rashkov gestürmt und teils in Brand gesetzt. Den Rest des Beitrags lesen »
HEIMAT FREMDE HEIMAT: Bettelverbot und Rassismus
September 22, 2011Martina S. ist 47 Jahre alt. Die Wienerin bettelt seit drei Jahren auf Wiener Straßen. Ihre Invaliditätspension reicht nicht aus. Eine Österreicherin, die weit unter der Armutsgrenze lebt. Doch politisch, wie auch medial, wird das Thema Bettelei allzu oft mit organisierter Kriminalität aus dem Ausland in Verbindung gebracht und ethnisch zugeordnet. Hintermänner und Bettelbosse, die die Armut ihrer Landsleute schamlos ausnützen. Ist es aber immer so? Die Filmemacherin Ulli Gladik hat im Zuge ihrer Recherchen zu ihrem Film „Natasha“, vier Jahre lang in Bulgarien recherchiert. Sie portraitierte eine Romni, die in Österreich durch das Betteln ihre Familie ernährt. Von Hintermännern weit und breit keine Spur, so die Regisseurin. Ihrer Meinung nach sei in diesem Zusammenhang – die Vertreibung der Armut aus dem öffentlichen Raum, das Hauptanliegen der Politik. Quelle: Heimat fremde Heimat
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