Archive for Juli 2010

FLASHMOB GEGEN DAS BETTELVERBOT IN WIEN

Juli 26, 2010

Am Samstag, 31.7.2010 ab 14 Uhr, Ecke Neubaugasse/Mariahilferstraße

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WKO PLAKATE in Hofer Filialen gesichtet.

Juli 16, 2010

„Weil sich die Kunden ängstigen“ argumentiert Robert Karl, Verkaufsleiter von Hofer, das Anbringen der Plakate in den Wiener Hoferfilialen. Doch warum ängstigen sich Menschen vor anderen Menschen, die am Boden sitzen und ihre Hand aufhalten? Weil seit Jahren das Gerücht verbreitet wird, dass BettlerInnen einer kriminellen Organisation angehören? Dies Plakatkampagne schürt genau  dieses Vorurteil:  „Dass wehrlose Menschen von Kriminellen zum Betteln gezwungen werden“ , steht da. Die Wr. Polizei unterstützt ebenso die Kampagne. Verwunderlich, denn die Polizei weiß ja, dass es „sehr selten“ (Zitat Peter Goldgruber) kriminelle Hintermänner gibt,und selbst zu den seltenen Hintermännern gibt´s keine konkreten Erhebungsergebnisse, sondern nur Vermutungen (siehe unten!).

Proteste gegen Hofer bitte an: Verkauf.TRU@hofer.at (more…)

Grüne Wirtschaft und Heilsarmee protestieren gegen Wirtschaftskammer Plakat

Juli 16, 2010

Mittlerweile haben sich  die Grüne Wirtschaft und die Heilsarmee gegen die Hetzkampagne von Wirtschaftskammer, Stadt Wien, Wr. Polizei und Wr. Einkaufsstraßen ausgesprochen. Auch der Standard berichtet:

Standard

Robert Misik im Standard

ERSTE WIENER BETTELKONFERENZ (aus dem Augustin Nr. 278)

Juli 14, 2010

Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den bettelnden Ostbanden, die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln versuchen ein paar Euros zu verdienen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelLobbyWien hat es zu ihrer Aufgabe gemacht, den Hetzkampagnen Informationen entgegenzustellen. Anfang Juni gab es nun auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung. Ferdinand Koller, Theologe und Bettellobbyist, organisierte gemeinsam mit der theologischen Fakultät Wien ein Symposion, wo das Thema Betteln aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen diskutiert wurde. Beleuchtet wurden dabei nicht nur die Geschichte des Bettelns, Erscheinungsformen des Antiziganismus, sondern auch die Wiener Bettelverbote. Zwei Tage intensiver Austausch, der für Vortragende und Publikum viel Neues und Aufklärendes brachte. Auf einige der Beiträge sei im Folgenden eingegangen, mehr Information gibt es auf der Webseite der BettelLobbyWien.

Die so genannten „Hintermänner“

BettlerInnen organisieren sich. Sie schließen sich in Gruppen mit Familienmitgliedern und NachbarInnen zusammen. Sie fahren gemeinsam nach Österreich, schlafen in Abbruchhäusern oder mieten sich Zimmer und halten beim Betteln Sichtkontakt um wahrzunehmen, (more…)

Protestbrief der BettelLobbyWien gegen die BettlerInnenhetzkampagne der Wirtschaftskammer

Juli 11, 2010

In den Wiener Geschäften sollen, so der Wunsch der Wirtschaftskammer, Plakate hängen, worauf KundInnen aufgefordert werden, BettlerInnen kein Geld zu geben. Der „Wirtschaftsstandort Wien,“ das „sichere Miteinander“ und unsere  „Lebensqualität“ sollen dadurch geschützt werden, argumentiert die Kammer in ihrem Begleitbrief. (Die BettelLobby informierte).

Die  BettelLobbyWien startet nun eine Protestkampagne gegen diesen Fehltritt von Kammer, Polizei und Stadt Wien!

Bitte um Unterstützung! Protestbrief kopieren, adaptieren, selbst verfassen… und an folgende Adressen senden: (more…)

Protestbrief eines Gewerbetreibenden an die Wirtschaftskammer

Juli 3, 2010

Walter Meissl, Gewerbetreibender und damit Mitglied der Wirtschaftskammer Wien, reagierte prompt auf die Kampagne seiner „Interessensvertretung“.

Foto: Zeitung der Wirtschaftskammer

sehr verehrter herr thomas bohuslav,

als ich gestern meine post öffnete, glaubte ich meinen augen nicht zu trauen. in ihrem brief fordern sie alle unternehmerinnen und unternehmer, also auch mich dazu auf, einen aktiven beitrag gegen sogenanntes gewerbsmäßiges betteln zu leisten, indem ich zwei beigefügte plakate gut sichtbar in meinem geschäftslokal anbringen sollte. auf diesem plakat wird dazu aufgefordert „gut gemeinte spenden vor supermärkten und in einkaufsstraßen“ zu unterlassen, da sie anscheindend gewerbsmäßges betteln fördern. (more…)

WIRTSCHAFTSKAMMER STARTET BREIT ANGELEGTE HETZKAMPAGNE GEGEN BETTLERINNEN

Juli 3, 2010

Dieses Plakat schickt die Wirtschaftskammer zur Zeit an ihre Wiener Mitglieder mit der Aufforderung es sichtbar in den Geschäften aufzuhängen. Denn „organisierte Bettlerbanden beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf den Wirtschaftsstandort.“ Mit dem Plakat sollte dem seit 5. Juni 2010 geltenden Verbot des gewerbsmäßigen Bettelns „zum Durchbruch verholfen werden“ und mit dem Aufhängen des Plakats würde ein „aktiver und wichtiger Beitrag zur Förderung eines sicheren Miteinanders in unserer Stadt“ geleistet werden.

Am Plakat steht dann nichts mehr von der eigentlichen Intention, dem Kampf gegen „Standortschädigung oder Qualitätsbeeinträchtigung“. Hier gibt sich die Kammer heuchlerisch christlich. Von „Menschen in Not“ ist die Rede, denen „richtig“ geholfen werden soll, und auch das alte Klischee von  „wehrlosen Menschen die von Kriminellen zum Betteln gezwungen werden“ wird strapaziert. Die BettelLobby berichtete bereits mehrmals, dass es weder seitens der Polizei noch von wissenschaftlichen Untersuchungen Erkenntnisse und Beweise für  so genannten Ausbeutungsverhältnisse gibt. Dennoch dient das Gerücht immer wieder, um Menschen die betteln, aus unserer Stadt zu vertreiben. Dass die Sichtbarkeit von Armut sich auf das Konsumverhalten der Wiener Bevölkerung auswirkt, ist eigentlich ein Ausdruck der Sensibilität der WienerInnen.

Betteln als Frauenarbeit?

Juli 3, 2010


Zur Situation von Pendelbettlerinnen in Wien

Beitrag von Marion Thuswald (Konferenz Betteln in Wien auf der theologischen Fakultät Wien)

„Es gehört zu den Leiden an der modernen Gesellschaft, dass sie die unantastbare Würde der Person rechtlich zusichert, die soziale Basis für eine respektable Lebenspraxis jedoch für große Gruppen in Frage stellt.“[1]

Im Wien des 21. Jahrhunderts nützen unterschiedliche Menschen den öffentlichen Raum um zu betteln, Junge und Alte; Männer, Frauen und Kinder; Menschen mit österreichischer StaatsbürgerInnenschaft und Menschen anderer Herkunftsländer. Die öffentlichen Debatten um das Betteln und die bettelnden Menschen sind von Stereotypisierungen geprägt, die auch geschlechtlich konnotiert sind. Im Folgenden wird zuerst auf die Bettel-Stereotypen eingegangen, anschließend die Ergebnisse einer Forschung zu Bettlerinnen in Wien vorgestellt.

Bettel-Stereotypen

„Die homogenisierende Darstellung der Anderen […] verschleiert individuelle Differenzen, macht sie unsichtbar. Die nicht explizit dargestellte Botschaft ist: Sie sind alle gleich. Sie sind viele.“[2], oder um es in den Worten von Stuart Hall zu formulieren: „Das Stereotypisieren ist eine Repräsentationsform, die gesellschaftlich produzierte Differenzen reduziert, essentialisiert, naturalisiert und festschreibt.“[3] (more…)


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