Prostestbrief 2 zum Kommentar „Roma“ im Standard am 6.2.2015

Februar 8, 2015 by

Erschreckend, was sich da auf Seite eins des Standard findet: Anlässlich der Gedenkfeier zu dem Attentat in Oberwart hat RAU ein Kommentar im Einserkastl veröffentlicht, das wir nicht unkritisiert lassen möchten: Den Rest des Beitrags lesen »

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Protestbrief zum Kommentar von RAU zu „Roma“ im Standard am 6.2.2015

Februar 8, 2015 by

Folgender Brief an die Standard-Redaktion wurde der BettelLobbyWien Verfügung gestellt. Er bezieht sich auf das Kommentar von RAU unter der Überschrift „Roma“ im Einserkasl des Standard am 6.2.2015,
Herzlichen Dank an die Verfasserin!

Guten Tag,
ich bin zutiefst schockierst, wie tief der Standard gesunken ist!
Es geht um das „Einserkastel“ am 6.2.2015 von RAU zum Thema Roma:
Es geht um den Satz: „Die Bettler aus Südeuropa, oft Roma, meist von kriminellen Organisationen ausgebeutet, werden geduldet“. Den Rest des Beitrags lesen »

nächstes Rechtshilfetreffen am 16.2.2015 um 19 Uhr im Amerlinghaus

Januar 31, 2015 by

Karten2015-1

Wir helfen BettlerInnen gegen Polizeistrafen Einspruch zu erheben.

Treffpunkt: Montag, 16.2. 19 Uhr Amerlinghaus Wien

“Expertenteams” nennen die Behörden die Polizeitruppen, die jetzt eingesetzt werden, damit die  Einkaufseuphorie nicht durch den Anblick von Armen gestört wird. Auch schon letztes Jahr wurden massenhaft Strafen ausgestellt und Menschen wegen Betteln ins Gefängnis gesteckt. Die Strafen sind meist rechtswidrig, willkürlich und übertrieben hart. Zudem werden die Leute von den Behörden beschimpft oder gezwungen, sich auszuziehen. Um Einzelfälle handelt es sich nicht. Wir haben im vergangenen Jahr mehrere dutzend rechtswidrige Strafen beeinsprucht und noch viele mehr gesehen, die schon rechtskräftig waren. Die BettelLobbyWien kämpft nun schon seit 2013 gegen diese rechtswidrige Praxis. Das nächste Rechtshilfetreffen findet am 16.2. um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien statt.   Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch. Es gibt Kinderbetreuung.

Und hier geht´s zu den mehrsprachigen Rechtshilfebroschüren.

Rechtshilfetermine 2015

jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8

16.2
16.3
20.4
18.5
22.6

 

Ausziehen, Geld abnehmen – erniedrigendes Prozedere bei der „Aktion scharf“ – ein Augenzeugenbericht

Januar 23, 2015 by
christkindlmarkt18.12.2014: Die BettelLobbyWien wurde Zeugin der „Aktion scharf gegen BettlerInnen“  am Wiener Christkindlmarkt:
Zwei junge BettlerInnen werden von 6 oder 7 BeamtInnen in zivil umringt und zur Polizeistation Deutschmeisterplatz gebracht. Die BettelLobby folgt der Gruppe und nimmt mit den beiden BettlerInnen in ihrer Muttersprache Bulgarisch Kontakt auf. Einer der Beamten sagt: Die beiden hätten gewerbsmäßig gebettelt, es müsste ausgeforscht werden, ob sie von der Mafia gezwungen werden und außerdem hätten sie sich nicht ausweisen können (obwohl beide bereits ihre gültigen Ausweise gezeigt hatten). Die Beamten verwehren uns schließlich den Zutritt zur Polizeistation, obwohl die BettlerInnen möchten, dass eine von uns als Vertrauensperson dabei ist. Es wird uns vor der Nase die Tür zugeknallt.
Wir rufen Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Grünen an und während wir auf sie warten, kommen zwei andere Bettlerinnen aus der Polizeistation. Sie berichten: Sie waren 4 Stunden festgehalten worden und hatten Zahlscheine für ihre Strafen wegen Bettelns, allerdings ohne Strafverfügung dabei. Sie waren  beide einvernommen worden, ihr Geld wurde ihnen abgenommen und sie mussten sich nackt ausziehen. Birgit Hebein, die mittlerweile angekommen ist, organisiert via Telefon Schlafplätze bei der 2. Gruft für die beiden Frauen. Eine von uns begleitet die beiden Bettlerinnen zur Straßenbahn und organisiert ihnen etwas zum Essen, weil sie auf der Polizei weder Essen, ja nicht mal ein Glas Wasser bekommen haben und nun auch kein Geld mehr hatten, sich was zu kaufen.

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„Aktion solidarisch“ für BettlerInnen: 16 Kriseninterventionen

Januar 21, 2015 by

bettlerInnenVor Weihnachten haben Behörde und Polizei eine begrüßenswerte „Aktion solidarisch“ für BettlerInnen auf Wiener Adventmärkten durchgeführt. Am Montag zog man Bilanz: Bei rund 50 Prozent der 115 armutsbetroffenen Personen gab es kurzfristige Unterstützungsmöglichkeiten, 16 brauchten eine Krisenintervention.
Zehn Tage habe die Adventaktion gedauert, sagte der Leiter des Büros für solidarische Sofortmaßnahmen, vor JournalistInnen. Krisenintervention war für jene Personen, die man in extrem prekären Situationen angetroffen habe, versicherte der leitende Sozialarbeiter. „Das geht von Aufenthalt bei Minustemperaturen ohne ausreichende Kleidung, über Nächtigen im Freien bis zum wiederholten Hungern aufgrund fehlender Finanzmittel“, erklärte er auf Nachfrage. H. ergänzte, dass man vor allem im Advent viele BürgerInnen-Informationen erhalten habe, dass BesucherInnen von Weihnachtsmärkten, Menschen in extremer Armut begegnen. Den Rest des Beitrags lesen »

Nachruf auf Herrn Jan, den Bettler von der Friedensbrücke.

Januar 13, 2015 by

Herr Jan auf der FriedensbrückeHerr Jan kam aus Rumänien nach Wien, in der Hoffnung sich mit Betteln seinen Traum zu erfüllen: ein eigenes Häuschen mit Gemüsegarten. Dort wollte er mit seiner Frau Viorica seinen Lebensabend verbringen.
Er saß jeden Tag, bei jedem Wetter, stoisch auf der Friedensbrücke. Er freute sich über jeden kleinen Beitrag und er wusste es zu schätzen, wenn ihm Menschen Geld gaben, die selber nicht sehr viel besitzen.
Herr Jan hat in Rumänien Theologie studiert und war bis zur Revolution 1989 als Lehrer tätig. Nach der Wende verlor er, wie viele andere seine Arbeit und war dann in einem Steinbruch tätig. Bei einem Arbeitsunfall verlor er sein Bein, an den Rollstuhl gebunden hatte er keine Chance mehr Arbeit zu finden. So beschloss er mit seiner Frau nach Wien zu gehen, um hier Geld zu verdienen. Er wollte jeden Cent für sein Häuschen und eine Beinprothese sparen, doch leider reichte das erbettelte Geld gerade zum Überleben.
Der stille Mann wusste viel zu erzählen, er liebte Literatur und klassische Musik und die Menschen, die jeden Tag an ihm vorüber gingen. Er wurde nicht müde von Wien und seinen BewohnerInnen zu schwärmen. Herr Jan meinte, er sei noch nirgendwo so herzlich aufgenommen worden wie hier. Er hat im Stillen dafür gekämpft, dass es seiner Familie gut geht und diese versorgt ist.

Seine Familie würde sich über eine Spende freuen, da sie Herrn Jans Wunsch erfüllen möchte, ihn in Rumänien zu beerdigen (Spendenkonto lautend auf „Goldenes Wiener Herz“ – IBAN: AT63 1420 0200 1094 5837, BIC: EASYATW1 Kennwort Jan).
Die Gesamtkosten für Sterbeurkunde, Bestattungs- und Transportkosten und Fahrtkosten für Frau und Söhne sind voraussichtlich Euro 2600. Spendenstand vor 24 Stunden war 660 Euro.
Miglieder des Vereins „Goldenes Wiener Herz“ und Herr Lewendel, ein privater Unterstützer der Familie, werden helfen, die Überstellung abzuwickeln.
Zitate von Herrn Lewendel:“Wenn nur einer in dieser Welt einem Anderen hilft, dann
wäre alles gut.“

Im Namen der Familie möchten wir uns bei all jenen bedanken, die Herrn Jan unterstützt und als Mensch wahrgenommen haben.
Jan, du wirst uns auf der Friedensbrücke fehlen! Die BettelLobbyWien

Jans Frau Viorica trauernd auf der Friedensbrücke.

Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien – Termine 2015

Januar 7, 2015 by

picto2Wir helfen BettlerInnen gegen Polizeistrafen Einspruch zu erheben.

Treffpunkt: Montag, 19.1. 19 Uhr Amerlinghaus Wien

“Expertenteams” nennen die Behörden die Polizeitruppen, die jetzt eingesetzt werden, damit die  Einkaufseuphorie nicht durch den Anblick von Armen gestört wird. Auch schon letztes Jahr wurden massenhaft Strafen ausgestellt und Menschen wegen Betteln ins Gefängnis gesteckt. Die Strafen sind meist rechtswidrig, willkürlich und übertrieben hart. Zudem werden die Leute von den Behörden beschimpft oder gezwungen, sich auszuziehen. Um Einzelfälle handelt es sich nicht. Wir haben im vergangenen Jahr mehrere dutzend rechtswidrige Strafen beeinsprucht und noch viele mehr gesehen, die schon rechtskräftig waren. Die BettelLobbyWien kämpft nun schon seit 2013 gegen diese rechtswidrige Praxis. Das nächste Rechtshilfetreffen findet am 19.1. um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien statt.   Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch. Es gibt Kinderbetreuung.

Und hier geht´s zu den mehrsprachigen Rechtshilfebroschüren.

Rechtshilfetermine 2015

jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8

16.2
16.3
20.4
18.5
22.6

Mariahilfer Straße: Shoppen für die Reichen, U-Haft für die Armen

Dezember 18, 2014 by

polizeiTäter ohne Opfer

Drei junge Männer, frisch in Wien, werden verhaftet – wegen versuchten Diebstahls? Wegen unübersehbarer Armut? Wegen behördlichem Rassismus? Niemand weiß es. Bericht eines Intermezzos im Shoppingparadies. (Von Martina Handler, erschienen im Augustin)

Drei junge Männer gehen die Mariahilfer Straße entlang, einer rempelt einen Entgegenkommenden an, greift ihm in die Jackeninnentasche. Ein paar Minuten später stoppen die drei einen Mann, der sein Rad schiebt. Der eine hält ihm die Hand entgegen, um ihn zum Stehen zu bringen, und verwickelt ihn in ein Gespräch, während die anderen ihm in den Fahrradkorb greifen und sich an einer darin liegenden Jacke zu schaffen machen. Den Rest des Beitrags lesen »

Journalisten-Mafia: Weihnachtsoffensive

Dezember 15, 2014 by

Peter A. Krobaths Gedanken zu den weihnachtlichen Journalistenattacken gegen BettlerInnen

Kaum öffnen im Spätsommer die Adventmärkte, fallen die österreichischen Medien über Bettelnde her. Das geschieht in einer Eintracht, die ganz und gar nicht zufällig ist – Dieser Artikel von Peter A. Krobath ist im Augustin  erschienen

Die erste Attacke kommt heute übers Radio. In einer sogenannten Morgenshow warnt der Moderator vor den „Bettelbanden“, die nun gerade in der Vorweihnachtszeit zu einem großen Problem würden. „Diese Krüppel sitzen vor den Geschäften herum und verderben es so der Kundschaft, sich selbst eine Freude zu machen“, sagt er, wobei nicht ganz klar ist, womit sich diese Kundschaft vor den Geschäften normalerweise „selbst eine Freude“ macht.bettleakademie-hockend

„Das wirklich Schlimme ist ja“, hetzt der Sprecher weiter, „dass diese organisierten Bettler denen das Geld wegnehmen, die es wirklich brauchen.“ Will er uns damit sagen, der Handel würde das Geld viel dringender brauchen als die Bettelnden? Wohl kaum. Wahrscheinlich hat er sich nur ungeschickt ausgedrückt, denn die…

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Österreichische BettelLobbys bekommen den Menschenrechtspreis der Liga für Menschenrechte verliehen

Dezember 4, 2014 by

Der diesjähriPresseaussendungge Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte wird von der Österreichischen Liga für Menschenrechte an die österreichischen BettelLobbys verliehen, stellvertretend für alle Initiativen, die sich gegen Bettelverbote und für einen solidarischen und respektvollen Umgang mit bettelnden Menschen einsetzen. Vor dem Hintergrund zahlreicher gesetzlicher Verschärfungen zum Betteln und einer pauschalen Kriminalisierung von bettelnden Menschen in der öffentlichen Diskussion, setzen sich die BettelLobbys für die Rechte von BettlerInnen und gegen Vertreibung und Kriminalisierung ein.

Im Rahmen des internationalen Menschenrechtsfilmfestivals thishumanworld läd die Liga für Menschenrechte Sie herzlich zur Verleihung des Menschenrechtspreises 2014 an die BettelLobbys einladen.

Wann: Donnerstag, 11. Dezember 2014, um 19:30 Uhr
Wo: Haus der Europäischen Union (1010 Wien, Wipplingerstrasse 35) Den Rest des Beitrags lesen »


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