Posts Tagged ‘Freitag der Dreizehnte’

Die Polizei hat eine gefährliche Bande erwischt, das ist die Bettelmafia:

September 12, 2013
praterkasperl„Sie haben […] an einem öffentlichen Ort als Beteiligter einer organisierten Gruppe (d.h. in bewusster Verabredung von mindestens 3 Personen) um Geld oder geldwerte Sachen gebettelt. Konkret haben Sie folgende Tathandlung/en gesetzt: Sie haben vorbeigehende Passanten um Geld angebettelt, indem Sie diesen Ihre Hände entgegen gehalten haben. In Ihrer unmittelbaren Nähe haben [ N.N.] und [ X.Y. ] ebenfalls gebettelt, wobei sie zu diesen Personen ständigen Sichtkontakt hatten.“Wieder ein paar Hunderter für die Staatskassa oder eben Gefängnis für die „Bande“: für 100 Euro Strafe sitzt man immerhin 4 Tage (1 Euro = 1 Stunde).

Deshalb: am Freitag zum Kasperl kommen und „Betteln-ist-erlaubt“ Broschüre mitnehmen! (K)ein Kasperltheater, 13.9.2013 10 Uhr, Bundespolizeidirektion Wien https://www.facebook.com/events/638919602809224/?ref=22

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GEGEN DAS BETTELVERBOT IM ERSTEN BEZIRK

November 26, 2009

In der Wiener Innenstadt müssen BettlerInnen- werden sie beim Betteln angetroffen- aufs Polizeirevier mitgehen, sie müssen sich in Anwesenheit eines/r Beamtin entkleiden, meist ihr gesamtes Geld der Polizei übergeben und häufig bekommen sie zusätzlich auch noch eine Strafe von ca. 70 Euro. Zur Erinnerung: in Wien gibt es KEIN Bettelverbot.

Christliche und rechte Parteien verlangen  ein Bettelverbot. Um die Akzeptanz für dieses Verbot in der Bevölkerung zu erhöhen, werden BettlerInnen in den Medien bewusst denunziert und kriminalisiert.

Um auf diese Missstände hinzuweisen, veranstalteten AugustinmitarbeiterInnen und BettelLobbyistInnen am Freitag dem 13. eine Aktion im 1. Bezirk. Neben der Theateraufführung wurden Infozettel verteilt und es gab viele Diskussionen mit PassantInnen.

Am 14.11. berichtete der Kurier über rumänische PolizistInnen, die den Wr. KollegInnen helfen sollen, die „Hintermänner“ auszuspüren. Doch: „An diesem Freitag verlief der Einsatz nicht wie erhofft. Kein Bettler weit und breit.“ Wahrscheinlich waren die alle bei der F13-Aktion ;-)) 

 

Gemeinsames gemeingefährliches Beine ausstrecken auf der Mariahilferstraße. Denn:

März 10, 2009

Keine aufdringliche Bettelei liegt vor, wenn Bankenmanager ihre Bank pleite gemacht haben und nun Staatshilfe erpressen, um die gewohnten Gehälter der Chefitäten zu sichern und die Anstrengungen zu finanzieren, die nach dem Aus des Bankengeheimnisses nötig sind, um den Steuerbetrug zu vertuschen… doch:

Auf der Mariahilferstraße sitzen und Betteln heißt drei Delikte begehen und zwar: „Aufdringliche Bettelei“ gemäß § 2/1 WLSG, „Vorschriftswidriges Verhalten auf Gehsteigen im Ortsgebiet“ gemäß § 78/c StVO, und „Benützung von Straßen zu verkehrsfremden Zwecken ohne Bewilligung“ gemäß § 81/1 StVO.  Deswegen wurde ein Herr H. beispielsweise aufgefordert, eine Strafe in der Höhe von 200 Euro oder – falls diese uneinbringlich sei – eine Ersatzarreststrafe von 100 Stunden anzutreten (mehr dazu siehe unten bzw. im aktuellen Augustin).

Aufgrund dieser und vieler ähnlicher Anzeigen findet am Freitag dem 13.3. auf der Mariahilferstraße ein Gemeinsames gemeingefährliches Beineausstrecken statt: 

Treffpunkt: Mariahilferstraße 89a (bei der Bawag, U-Station Zieglergasse, Ausgang Otto-Bauer-Gasse), 16.30 Uhr

 

Das gesamte  f13. Programm findet ihr hier.

 f13_klein2


 Hundert Stunden Polizeiarrest wegen Füße-Ausstreckens

Achtung! Keine Satire

 S., Chefinspektor, ist bekannt für seine allgemein verständlichen und durchaus eloquent formulierten Sachverhaltsdarstellungen. Er ist einer der PolizistInnen, die – in wessen Auftrag eigentlich? – das “Bettlerunwesen“ in der Mariahilfer Straße einzudämmen haben: eine Sisyphos-Arbeit. Als Instrumentarium dafür stehen ihm z.B. das Landesicherheitsgesetz und die Straßenverkehrsverordnung zur Verfügung. (more…)

„Ich nur machen was Chef sagen“ …und die Bahnhofcity.

Februar 18, 2009

Europaweit entsteht ein neuer Bahnhofstyp: die Bahnhofcity mit Büros, Einkaufszentren und Entertainment – inklusive Gleisanschluss. Laut Webseite der ÖBB gibt´s am Westbahnhof demnächst eine Bahnhofcity mit  einem 17.000 m2 großen Einkaufszentrum, verhältnismäßig klein verglichen mit dem zukünftigen Hauptbahnhof, wo es Wohnungen für 15.000 Menschen, 20.000 Arbeitsplätze und eine riesige Shoppingmall geben wird.

Bahnhöfe boten traditionsgemäß auch eine temporäre Aufenthaltsmöglichkeit für Menschen, die nicht das nötige Kleingeld hatten um in Restaurants zu speisen oder in Hotels zu übernachten. Soziale Einrichtungen waren hier angesiedelt und bis vor einigen Jahren konnte man z.B. am Wiener Südbahnhof für einige Nachtstunden relativ ungestört schlafen. Doch das Klima ist rauer geworden, schon vor dem Umbau. Am 23.12.2006  begleiteten wir Andras und seinen Sohn Bandi zum Südbahnhof, die beiden wollten nach Bratislava fahren, doch der Abendzug war bereits weg. Andras hatte ein gültiges ÖBB Ticket und auf seine Frage, warum der Wartesaal abgesperrt ist, kontert der Securitymann: „Ich nur machen was Chef sagen – und – wauns da net passt, geh duat hin wost heakuman bist…“ So gehen die ÖBB mit ihren Kunden um. (Ein Interview mit Bandi und seiner Kusine gibt es hier).

 

… ohne dass es dort menschlicher geworden ist.

Dass sich die Bahnhöfe nach ihrem Umbau wieder menschlicher geben, bleibt zu bezweifeln. Der bereits neu gestaltete Nordbahnhof gibt einen Vorgeschmack: mittels Videoüberwachung, privaten Sicherheitsdiensten und der ungemütlichen Gestaltung des Bahnhofsinterieurs will das Management anscheinend verhindern, dass irgendjemand diesen Ort anders nützt als für Konsum- und Fortbewegungszwecke. Eine soziale Neugestaltung hat stattgefunden und die ÖBB will sich anscheinend ein  Image von sicher und sauber zulegen. Durch die Privatisierung des vormals öffentlichen Raums gilt hier eine andere Gesetzlichkeit: schon Sitzen oder Stehen ist ordnungswidrig.

Anlass genug, um am  Freitag dem Dreizehnten den Bahnhof Praterstern – zumindest für ein paar Stunden – zu erobern.

 

 

 

 


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