Archive for Juni 2013

Betteln als Menschenrecht!?! Film und Diskussion am 14.6. um 18:30 in Innsbruck

Juni 12, 2013

 Bettelverbote und die Kriminalisierung von armutsbetroffenen Menschen, Vortrag und Film mit Diskussion, Haus der Begegnung Innsbruck

Lang tradierte Mythen über die sogenannte „Bettelmafia“ dominieren den öffentlichen Diskurs. Seitens politischer EntscheidungsträgerInnen werden sie gerne als Hauptargument für Bettelverbote herangezogen, um armutsbetroffene Gruppen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.
Doch wer sind die bettelnden Menschen und woher kommen sie? Inwiefern ist Betteln in Tirol und anderen Bundesländern strafbar? Wie wirken sich Bettelverbote auf Betroffene aus? Welche Grund- und Menschenrechte sind von Bettelverboten betroffen?
Der Film Natasha (Österreich – 2008 – Regie: Ulli Gladik – 84 min – Bulgarisch mit deutschen oder englischen Untertiteln – ab 12 Jahren) zeigt eine gleichnamige Frau, die in einer kleinen Stadt in der Nähe von Sofia/Bulgarien lebt. Um ihre Familie zu ernähren, fährt sie mehrmals jährlich nach Österreich um zu betteln. Ulli Gladik, Kamerafrau und Regisseurin, begleitete Natasha und ihre Familie im Zeitraum von fast zwei Jahren. Der Film zeigt Natashas Alltag als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände in ihrer Heimat. (http://www.natasha-der-film.at/)
An diesem Abend kommen zwei Aktivistinnen der Bettellobby-Tirol zu Wort und informieren über aktuelle Entwicklungen. Die Regisseurin steht für eine Diskussion zur Verfügung.

Referentinnen: Mag.a Elisabeth HUSSL, Politologin und Mitbegründerin der Bettellobby Tirol, Innsbruck; DIin Ricarda KÖSSL, Architektin und Mitbegründerin der Bettellobby Tirol, Innsbruck; Mag.a Ulli GLADIK, Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien und Sofia, Künstlerin, Regisseurin und Kamerafrau, Wien

Datum: Freitag, 14.06.2013
Uhrzeit: 18.30 bis ca.22.00
Veranstaltungsort: INNSBRUCK
Veranstalter: Haus der Begegnung Bildungshaus der Diöz. Innsbruck
Mit-Veranstalter: Eine Veranstaltung des Fachreferats Interreligiöser und Interkultureller Dialog und des Fachreferats Gesellschaftspolitik und Ethik gemeinsam mit Initiative Minderheiten Tirol und der Bettellobby Tirol.Gefördert vom Land Tirol und der Stadt Innsbruck.
Beitrag: freiwillige Spende
Kontakt: Elisabeth REITER


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Die imaginierte „Bettlerflut“

Juni 7, 2013

imagbettlerflutBelege für eine Mafia, die BettlerInnen ausbeuten würde, gibt es bis heute nicht. Dafür haben die BuchautorInnen Barbara Tiefenbacher und Stefan Benedik Roma und Romnija getroffen, die mit ihren Betteleinnahmen die Bildung ihrer Kinder finanzieren. Ein Gespräch über gekürzte Sozialhilfe, Profite österreichischer Firmen in Osteuropa und die Schaffung einer Feindbild-Metapher. Interview: Ulli Gladik, Peter A. Krobath. Erschienen im MO Magazin für Menschenrechte

MO: Euer Buch heißt „Die imaginierte ‚Bettlerflut‘“. Woher kommt dieses Bild einer Naturkatastrophe im Zusammenhang mit Menschen?

Stefan Benedik: Dass man Migration in Bildern von Naturkatastrophen wahrnimmt, hat es schon Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA gegeben, wo sich die USA als eine Insel darstellen, die von einer überwältigenden Masse an Migranten und Migrantinnen überschwemmt werden. In Graz hat sich die Metapher der Flut auf die Bettelnden fokussiert. Bei einer Flut muss man nicht darüber reden, ob sie gut oder schlecht ist, sie ist ganz klar eine Katastrophe. Und es gibt sofort eine Menge sprachlicher Anknüpfungen wie „eindämmen“ und „verhindern“. In Wirklichkeit hat es in Graz nie eine Menge an Bettelnden gegeben, und es haben die Bettelnden auch keine sozialen Probleme verursacht, in dem Sinn, dass das Einkaufen eingeschränkt oder es zu Streitereien unter den Bettelnden gekommen wäre.  (more…)

„Knigge für Gebende“

Juni 2, 2013

fertig2Die BettelLobbyWien freut sich über die Neuauflage ihrer kleinen RatgeberInnenbroschüre :KniggefuerGebende

Die BettelLobbyWien bekommt immer wieder Anfragen von verunsicherten Menschen, die Bettelnden gerne etwas geben würden. Daher haben wir uns entschlossen, eine kleine Ratgeberin:  „Knigge“  für Gebende herauszugeben. Und hier ist sie:  KniggefuerGebende

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