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Nur in zwei Fällen ermittelt, trotzdem spricht Polizeioberst immer wieder von „Bettelmafia“.

Oktober 4, 2011

„Bettelei ist eine dramatische Form des Menschenhandels und der Ausbeutung“ erzählt Oberst Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt gerne den Medien: verschwindend gering sei jener Teil von Bettlern, die tatsächlich für sich selbst auf der Straße sitzen… (News Sept. 2010, Kleine Zeitung 2011)

„Das lässt sich durch konkrete Erhebungsergebnisse so nicht beweisen und als Polizist kann ich Ihnen jetzt keine Vermutungen erzählen, sondern nur das, was sich beweisen lässt.“ sagte sein Kollege Peter Goldgruber von der Bundespolizeidirektion Wien im Dezember 2009 zur Frage nach den mafiösen Bettelbanden in Ö1.

Hat die österreichische Polizei zwischen 2009 und 2011 also so fleißig ermittelt, dass es jetzt  Beweise gibt, dass fast alle BettlerInnen zum Betteln gezwungen werden? (more…)

Pogrome in den großen Städten Bulgariens gehen weiter.

September 26, 2011

Nach den Pogromen Samstag Nacht gehen die gewalttätigen Ausschreitungen gegen Roma heute Montag in Bulgarien weiter. In vielen bulgarischen Städten gibt es Versuche, Romaviertel zu stürmen. Die gewalttätigen Übergriffe zielen auch auf islamische Einrichtungen ab.  Laut Novinite hat die Polizei die Lage noch unter Kontrolle.

In bulgarischen Medien, wie etwa der weit verbreiteten (zum WAZ Konzern gehörenden) 24chasa wurden die Gewaltausschreitungen, die Samstag Nacht in der Nähe von Plovdiv statt gefunden haben, gestern als „Selbstjustiz des Volkes“ gerechtfertigt. Kiril Rashkov und seine Familie wurden extrem denunziert, obwohl der Tathergang des Unfalltods eines 19jährigen noch nicht geklärt ist. Der Tod des 19jährigen war wohl der Auslöser der Ausschreitungen am Samstag gegen Rashkovs Familie. Auch westliche Medien, wie etwa die NZZ oder die Kleine Zeitung haben die  einseitige Berichterstattung der bulgarischen Medien, die die Ausschreitungen gegen Kiril Rashkovs Familie als „ethnische Auseinandersetzungen“ verharmlost, unhinterfragt übernommen. Rassistische Bezeichnungen wie „Zigeunerboss“ „Zigeunerclan“ „Roma-Boss“ und so weiter wurden ebenfalls einfach übernommen. Die Postings in der Kleinen Zeitung  geben einen guten Eindruck, wie die Verhetzung voranschreitet…

ERSTE WIENER BETTELKONFERENZ (aus dem Augustin Nr. 278)

Juli 14, 2010

Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den bettelnden Ostbanden, die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln versuchen ein paar Euros zu verdienen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelLobbyWien hat es zu ihrer Aufgabe gemacht, den Hetzkampagnen Informationen entgegenzustellen. Anfang Juni gab es nun auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung. Ferdinand Koller, Theologe und Bettellobbyist, organisierte gemeinsam mit der theologischen Fakultät Wien ein Symposion, wo das Thema Betteln aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen diskutiert wurde. Beleuchtet wurden dabei nicht nur die Geschichte des Bettelns, Erscheinungsformen des Antiziganismus, sondern auch die Wiener Bettelverbote. Zwei Tage intensiver Austausch, der für Vortragende und Publikum viel Neues und Aufklärendes brachte. Auf einige der Beiträge sei im Folgenden eingegangen, mehr Information gibt es auf der Webseite der BettelLobbyWien.

Die so genannten „Hintermänner“

BettlerInnen organisieren sich. Sie schließen sich in Gruppen mit Familienmitgliedern und NachbarInnen zusammen. Sie fahren gemeinsam nach Österreich, schlafen in Abbruchhäusern oder mieten sich Zimmer und halten beim Betteln Sichtkontakt um wahrzunehmen, (more…)


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