„Augustin“-Nöte und Jargonprobleme

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WOLFGANG GÖDERLE, BARBARA TIEFENBACHER, STEFAN BENEDIK

(aus: derstandard.at)Artikelbild

Foto: apa/Helmut Fohringer. Weder lästig noch aufdringlich: Typischer Nichtrumäne beim Straßenzeitungsverkauf in Wien. Migrationsforscher warnen vor vorschnellen ethnonationalen Zuordnungen

 Was die ökonomische Gefährdung einer Straßenzeitung mit ethnischem Ordnungsdenken zu tun hat. Zu Hans Rauschers Klage über „aggressive“ Verkaufspraktiken und „linkssektiererische“ Erklärungsmuster

Vor einigen Tagen hat die Wiener Straßenzeitung „Augustin“ bekanntgegeben, dass sie angesichts finanzieller Schwierigkeiten um den Fortbestand kämpft. Die Probleme seien, konnte man auf der Homepage der Zeitung lesen, unter anderem auf wachsenden „Antiziganismus“ zurückzuführen.

Das nahm ausgerechnet STANDARD-Kolumnist Hans Rauscher zum Anlass zu erklären, dass nicht feindselige Maßnahmen gegen Roma/Romnija, sondern vielmehr Zeitungen aus dem Müllcontainer fischende „Rumänen“ und deren „aggressive“ Verkaufsweisen an der „Augustin“-Krise und anderen Missständen schuld seien. Die „echten“ Verkäufer benähmen sich ja gut.

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2 Antworten to “„Augustin“-Nöte und Jargonprobleme”

  1. AKTIVE ARBEITSLOSE Says:

    Vielleich liegen die Probleme des Augustins eher darin, dass er sich einfach nicht weiter entwickelt, immer die gleichen Themen und Personen zu Wort komme, also sich eine eigene eher abgeschlossene Augustin-Clique gebildet hatte. Der Anteil der Roma an den Augustin-VerkäuferInnen ist ja zu gering, um da wirklich eine Rolle zu spielen. Der Antiziganismus scheint eher vorgeschoben zu sein um vom eigenen Anteil an der Krise abzulenken.

    Wir haben beispielsweise exklusiv für den Augustin einen Artikel über unsere Aktion gegen die Halbierung des Heizkostenzuschusses geschrieben, nachdem Robert Sommer zugesichert hatte, den Artikel zu drucken. Obwohl sonst kein Medium über die Halbierung des Heizkostenzuschusses in Wien berichtete, wurde er nicht abgedruckt. Rein rechtlich gesehen, hätten wir nun Anspruch auf ein Abstandshonorar…

    Vermutlich werden viele solcher kleiner Gschichteln am Niedergang des Augustins mit verantwortlich sein. Die Augustin-Maschinerie lief wohl schon zu geschmiert um sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen.

    Schade um den Augustin, es hätte noch mehr daraus werden können.

    Martin Mair

  2. ulyanova Says:

    lieber martin mair,

    der augustin hat diese debatte eröffnet, indem er sich selbst zum opfer von antiziganismus und bettelverbot stilisiert und von „mitnaschenden“ roma spricht. und ich bin ganz bei dir, dass der augustin längst zu einem sich im eigenen saft suhlenden vereinsmeierischen braten geworden ist. öffnung, junge mitarbeiterInnen, die auch wirklich mitgestalten dürfen und eine layoutreform sind für die redaktion aber anscheinend nicht denkbar. auf meine kritik an sexismus und antiziganismus im augustin habe ich (außer heute) übrigens noch nie eine rückmeldung bekommen…
    aber vielleicht tut sich ja was.
    liebe grüße ulli

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