Brief an die Wiener Linien – Vorschlag für Alternativdurchsagen

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Die Wiener Linien schalten derzeit wieder Durchsagen zum Verbot von Betteln und Hausieren, eine Nutzerin reagiert mit folgendem Brief an post@wienerlinien.at und fahrgastbeirat@wienerlinien.at; der Briefvorschlag kann gerne auch von anderen genutzt werden. Schickt ihn bitte in cc oder bc auch an: bettellobbywien@gmx.at

Sehr geehrte Damen und Herren,

derzeit höre ich als Nutzerin des öffentlichen Verkehrs wieder verstärkt die Durchsage: „Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Betteln und Hausieren in allen U-Bahn Anlagen verboten ist.“

Ich empfinde diese Durchsage als abstoßend.

Zum Einen: Betteln und Hausieren hat es immer gegeben, gibt es heute und wird es auch weiter geben, wenn die gesellschaftlichen Gegebenheiten derart sind, dass Chancen, Einkommen und Vermögen sehr ungleich verteilt sind. Vielleicht wußten Sie nicht, dass die Steuergesetzgebung in Österreich eine der reichenfreundlichsten ganz Europas ist und damit aktiv Vermögen von unten nach oben umverteilt.

In diesem Zusammenhang könnte man es als innovativ Ihrerseits ansehen, wenn Sie eine Durchsage starten würden, die sich dieses Themas annimmt. Etwa: „Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass das offensive Zurschaustellen von Statussymbolen und Reichtumszeichen in allen U-Bahn Anlagen verboten ist.“
Des Weiteren: Ich bin erwachsen und mündig. Ich kann und will selbst entscheiden, ob ich einer Person, die mich um Kleingeld fragt, etwas gebe und mich damit – in kleinem Ausmaß – an einer Umverteilung in die andere Richtung beteilige. Ich ersuche Sie daher, diese Entscheidung nicht für mich zu treffen und das Verbot aufzuheben. Trauen Sie den Nutzer_innen der Wiener Linien Eigenverantwortung und Entscheidungsfähigkeit zu!

Und schließlich: Mit dem häufigen Durchsagen des Verbotes unterziehen Sie die Nutzer_innen einer Gehirnwäsche und forcieren den Ausschluß von Menschen mit geringem /keinem Einkommen und deren Art, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Damit verbinden Sie sich mit gesellschaftlicher Entsolidarisierung und Abschottungspolitik. Diese Werte werden uns nicht in eine lebenswerte Zukunft tragen!

Ich ersuche Sie daher, die derzeitige Durchsage wieder einzustellen und freue mich, wenn Sie meinen Vorschlag für eine Alternativdurchsage aufnehmen!

mfg,

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7 Antworten to “Brief an die Wiener Linien – Vorschlag für Alternativdurchsagen”

  1. martina Says:

    echt super!

  2. Miriam Says:

    Gefällt mir sehr gut… 🙂
    Habe es auf FB geteilt, ich hoffe das ist im Sinne der Bettellobby 🙂

    (Grundsätzlich wäre es bei solchen Emailaktionen nett, eine Emailadresse als CC anzugeben, über die gezählt werden könnte, wie viele Leute das Mail tatsächlich geschickt haben… 😉

  3. raccoon Says:

    es ist ja eh eine mailadresse dabei:
    bettellobbywien@gmx.at

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