Katholische Aktion Österreich gegen Bettelverbots-Gesetze

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KAÖ: „Man muss die Armut bekämpfen und nicht die von Armut betroffenen Menschen“. BettlerInnen brauchen unsere Hilfe und Unterstützung, keine Bestrafung!

Die Katholische Aktion Österreich verfolgt mit großer Empörung die gegenwärtigen Bestrebungen zur Verankerung genereller „Bettelverbote“ in den jeweiligen Landesgesetzen. Wir drängen auf eine sofortige Rücknahme bereits beschlossener Bettelverbote und fordern alle Landes- und BundespolitikerInnen auf, keine diesbezüglichen Beschlüsse zu fassen.

Mit dem Vorwand, bandenmäßiges und kriminelles Bettelwesen verhindern zu wollen, wird eine Bevölkerungsgruppe stigmatisiert, die ohnehin bereits am Rande unserer Gesellschaft steht. Wir sehen in diesem Vorhaben eine grobe Missachtung der Menschenwürde jener, die vom Wohlstand und den Annehmlichkeiten unserer Gesellschaft ausgeschlossen sind.

Die Katholische Aktion Österreich befürchtet, dass generelle Bettelverbots-Gesetze negative Auswirkungen auf das soziale Miteinander und die gesellschaftliche Stimmung in unserem Land haben., Solche Gesetze führen zu einer weiteren Entsolidarisierung unserer Gesellschaft und fördern Vorurteile und rassistische Hetze gegenüber den Ärmsten.

Aus unserer christlichen Überzeugung sind Bettlerinnen und Bettler Menschen, die Not leiden und Hilfe nötig haben. Menschen, die Zuwendung und Menschenfreundlichkeit von ihren besser gestellten Mitmenschen erhoffen verdienen Schutz, nicht Verfolgung. Menschen darf das Betteln nicht verboten werden, wenn sie das zum Überleben brauchen. Seit Jahrhunderten ist es ein Menschenrecht, um Almosen bitten zu dürfen. Der Umstand, dass sich die Satten von den Hungrigen, die Reichen von den Armen gestört fühlen, darf nicht zur Grundlage einer neuen Rechtsnorm in unserem Land werden.

Wer Arme und Schwache aus seinem Blickfeld verdrängen will, übersieht „Geschöpfe Gottes“, die Not leiden. Das darf nicht ernsthaftes Bestreben von Politiker/innen im dritten Jahrtausend sein. Eine Demokratie braucht unantastbare Grundwerte wie den Schutz der Person, Meinungsfreiheit, sowie unteilbare Menschenwürde und Menschenrechte.

Die KAÖ fordert entschiedene Anstrengungen und länderübergreifende Maßnahmen, um die Lebenssituation von Menschen zu verbessern, sodass sie nicht zum Betteln gezwungen sind. Die Armut in Osteuropa und in vielen anderen Ländern ist durch die Weltwirtschaftskrise noch viel größer geworden. Viele Menschen haben Probleme, das Nötigste für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu bekommen. Wer keine Arbeit hat, ist auf sich selbst gestellt.

Gemäß dem christlichen Auftrag „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40) regt die Katholische Aktion Österreich an, insbesondere bei gesetzlichen Verboten kirchenintern über Möglichkeiten nachzudenken, BettlerInnen den kirchlichen Hoheitsbereich (z.B. Eingänge von Kirchen oder Klöstern) zur Verfügung zu stellen.

http://www.kaoe.at

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