„urbanes lernen“ – Bildung und Intervention im öffentlichen Raum

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In dem eben erschienen Buch  „urbanes lernen – Bildung und Intervention im öffentlichen Raum“ herausgegeben von Marion Thuswald finden sich unter anderem auch zwei Artikel zum Thema Betteln. Das Buch wird am 10.11.2010 um 19.15 im Rahmen einer Veranstaltung am Institut für das künstlerische Lehramt, 7., Karl-Schweighofer-Gasse 3 präsentiert.


Die Heterogenität der Stadt kommt insbesondere im öffentlichen städtischen Raum zum Ausdruck. In den Auseinandersetzungen um den öffentlichen Raum zeigen sich exemplarisch auch die Konflikte darum, was eine »urbane Stadt« ausmacht und wer überhaupt als Akteur_in diesem  Verhandlungsprozess anerkannt wird. Wer, wie und unter welchen Bedingungen öffentlichen Raum herstellen und nutzen kann und was überhaupt öffentlicher Raum ist und sein soll, das unterliegt ständigen Aushandlungsprozessen. Ressourcen und Möglichkeiten der Einflussnahme

sind unter den Beteiligten dieser Kämpfe sehr ungleich verteilt. Die künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträge in urbanes lernen fragen danach, wie Kinder und Jugendliche in ihrer Raumaneignung unterstützt werden können und reflektieren die kollektive Praxis des Stadtspaziergangs als urbanistische Wissensproduktion und kulturelle Bildungspraxis. Sie laden zum Street Training ein, untersuchen Stadtkultur aus der Sicht von Bettlerinnen und stellen künstlerische Interventionen gegen Heteronormativität und Sexismus vor. Darüber hinaus untersuchen sie das Verhältnis von Alltagswissen, gebauter Stadt und geforderter Partizipation, schreiben Stadtgeschichte von unten und erforschen, wie neue urbane (Frei-)Räume als Lern- und Verlernorte geschaffen werden können.

In dem Beitrag Betteln, Kompetenz und Stadtkultur zeigt Marion Thuswald am Beispiel von Bettlerinnen auf, welche Strategien angewandt werden, um sogenannte Randgruppen aus dem öffentlichen Raum Wiens zu vertreiben und dieses Vorgehen zu legitimieren. Aufbauend auf Gesprächen mit Bettlerinnen richtet sie den Blick auf die Handlungsfähigkeit, das Wissen und die Kompetenzen der Bettelnden sowie ihre Arbeitsbedingungen im öffentlichen Raum in Wien. In

„Kein Opfer. Eine Gesprächsrunde zum Film Natasha von Ulli Gladik“ diskutieren die Mitwirkende der Roma-Revue Schneid dir den Ärmel ab und lauf davon! Cˇin ´ci baj taj naˇs!, Radiša Barbul, Susita Fink, Tina Leisch , Maja Malle, Eva Moschitz, Sandra Selimovi´c über den Dokumentarfilm Natasha von Ulli Gladik. Das Filmporträt zeigt den Alltag der bulgarischen Romni Natasha als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände ihrer Familie in der Heimatstadt. Der Film kann als gelungenes Beispiel einer nicht-viktimisierenden Darstellung von gesellschaftlich Ausgegrenzten angesehen werden und eignet sich als Einstieg in eine Diskussion über Betteln, Armut und Ausgrenzung sowie Bildpolitiken und Strategien der Sichtbarkeit – auch mit Jugendlichen. (aus der Einleitung)

„urbanes lernen“ erscheint als Band 4 der Reihe arts & culture & education im Löcker Verlag.

Das Buch wird im Rahmen einer Veranstaltung mit Workshops, Präsentation und Gespräch am Mittwoch, den 10.11.2010 um 19.15 am Institut für das künstlerische Lehramt, 7., Karl-Schweighofer-Gasse 3 vorgestellt.

 

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