WIRTSCHAFTSKAMMER STARTET BREIT ANGELEGTE HETZKAMPAGNE GEGEN BETTLERINNEN

by

Dieses Plakat schickt die Wirtschaftskammer zur Zeit an ihre Wiener Mitglieder mit der Aufforderung es sichtbar in den Geschäften aufzuhängen. Denn „organisierte Bettlerbanden beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf den Wirtschaftsstandort.“ Mit dem Plakat sollte dem seit 5. Juni 2010 geltenden Verbot des gewerbsmäßigen Bettelns „zum Durchbruch verholfen werden“ und mit dem Aufhängen des Plakats würde ein „aktiver und wichtiger Beitrag zur Förderung eines sicheren Miteinanders in unserer Stadt“ geleistet werden.

Am Plakat steht dann nichts mehr von der eigentlichen Intention, dem Kampf gegen „Standortschädigung oder Qualitätsbeeinträchtigung“. Hier gibt sich die Kammer heuchlerisch christlich. Von „Menschen in Not“ ist die Rede, denen „richtig“ geholfen werden soll, und auch das alte Klischee von  „wehrlosen Menschen die von Kriminellen zum Betteln gezwungen werden“ wird strapaziert. Die BettelLobby berichtete bereits mehrmals, dass es weder seitens der Polizei noch von wissenschaftlichen Untersuchungen Erkenntnisse und Beweise für  so genannten Ausbeutungsverhältnisse gibt. Dennoch dient das Gerücht immer wieder, um Menschen die betteln, aus unserer Stadt zu vertreiben. Dass die Sichtbarkeit von Armut sich auf das Konsumverhalten der Wiener Bevölkerung auswirkt, ist eigentlich ein Ausdruck der Sensibilität der WienerInnen.

9 Antworten to “WIRTSCHAFTSKAMMER STARTET BREIT ANGELEGTE HETZKAMPAGNE GEGEN BETTLERINNEN”

  1. Protestbrief gegen Hetzkampagne der Wirtschaftskammer Wien « BettelLobbyWien Says:

    […] BettelLobbyWien « WIRTSCHAFTSKAMMER STARTET BREIT ANGELEGTE HETZKAMPAGNE GEGEN BETTLERINNEN […]

  2. birgit fritz Says:

    ausgerechnet die wirtschaftskammer! wer verdient denn mit der auslagerung der produktion in andere (ärmere) länder mitunter gar nicht schlecht? wird denn mit diesen gewinnen auch infrastruktur in den gastländern unterstützt?

    sichtbare armut ist nicht ‚in‘! das ganze urbane bild bei uns ist auf konsum ausgerichtet, da ist es dann ein dorn im aug, wenn menschen durch ihre bloße anwesenheit daran erinnern, dass es auch andere werte gibt im leben? vielleicht auch noch durch musik und gesang berühren? sich hinzustellen und zu sagen: ich brauche hilfe – das ist ein zeichen von mut. verleumdung und diffamierung von menschengruppen ist eine feige dynamik eines entseelten daseins.

    irgendwo hab ich einmal in einer geschichte gelesen, dass ein vater seinem sohn beigebracht hat, wie man almosen gibt:

    man sehe dem bittenden menschen gerade in die augen, gebe ihm was man zu geben hat und bedanke sich. dafür, dass er uns an unsere menschlichkeit erinnert.

    in diesem sinne. b.f.

  3. Wolfgang Says:

    Bin fassungslos

  4. Geh ma Tauben vergiftn im Park … « Santa Precaria Says:

    […] auf BettelLobbyWien: ► Wirtschaftskammer startet breit angelegte Hetzkampagne gegen BettlerInnen ► Protestbrief gegen Hetzkampagne der Wirtschaftskammer […]

  5. hc voigt Says:

    hier ein santa precaria kommentar dazu … lg chr.

  6. Protestbrief der BettelLobbyWien gegen die Kampagne der Wirtschaftskammer « BettelLobbyWien Says:

    […] Protestbrief der BettelLobbyWien gegen die Kampagne der Wirtschaftskammer Von akbettlerinnen Die Wirtschaftskammer Wien schickt Plakate an ihre Mitglieder mit der Aufforderung diese in den Wiener Geschäften anzubringen. Auf den Plakaten werden die KundInnen aufgefordert, BettlerInnen kein Geld zu geben, denn der Wirtschaftsstandort Wien , das „sichere Miteinander“ und unsere  Lebensqualität sollen geschützt werden, so die Kammer im Begleitbrief. (Die BettelLobby informierte). […]

  7. Mehrsprachiger Infozettel und Adressliste von Hilfseinrichtungen für BettlerInnen in Wien! Zum Downloaden und Ausdrucken. « BettelLobbyWien Says:

    […] Übergriffen und Ihrem Einsatz gegen die immer absurder werdenden Bettelverbote und Forderungen und Hetzkampagnen in […]

  8. Pe Says:

    „Die BettelLobby berichtete bereits mehrmals, dass es weder seitens der Polizei noch von wissenschaftlichen Untersuchungen Erkenntnisse über die so genannten Ausbeutungsverhältnisse gibt.“ Es gibt sicherlich organisierte Bettelbanden, aber wie gross ist ihr Anteil am Bettelertrag? Was sagt die Bettellobby dazu? Der Gedanke, Kriminellen Geld zu geben, wenn auch indirekt, haelt mich sicherlich davon ab, Bettlern Geld zu geben. Mein Essen wuerde ich eher teilen.

Schreibe eine Antwort zu birgit fritz Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: