Interdisziplinärer Workshop – Betteln in Wien

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11. – 12. Juni 2010

Sitzungssaal des Dekanats Katholische Theologie

Hauptgebäude Universität Wien

Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, Stiege 8, 2. Stock

Bettelnde Menschen sind in Wien häufig anzutreffen und lösen heftige politische Debatten aus, was im Frühjahr 2010 zur Einführung des Verbots des gewerbsmäßigen Bettelns führte. Doch obwohl das Betteln so häufig diskutiert wird, ist sehr wenig Wissen über die Lebensumstände bettelnder Menschen, die gesetzlichen Regelungen oder die Ursachen für die starke Ablehnung des Bettelns in Wien vorhanden. Die Veranstaltung versteht sich als Möglichkeit zum Austausch unter WissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus Österreich und Deutschland, die sich in unterschiedlichen Disziplinen mit dem Thema Betteln beschäftigt haben. Beiträge aus Soziologie, Rechtswissenschaft, Geschichte, Theologie, Politikwissenschaft etc. werden ebenso vorgestellt und diskutiert wie die aktuelle politische Debatte und Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit bettelnden Menschen.

Detailiertes Programm:

Freitag, 11. Juni 2010

08:30 Begrüßung und Eröffnung durch Prof. Martin Jäggle

09:00 – 09:45 Christoph Reinprecht: Betteln und die Metamorphose der sozialen Frage

09:45 – 10:30 Wolfgang Pucher: Roma in Graz. Kleine Fortschritte in einer aussichtslosen Situation

10:30 – 10:45 Kaffeepause

10:45 – 11:30 Sarah Pichlkastner: „ze petln und almusen ze nemen“ Ein Querschnitt durch die Geschichte des Bettel(n)s in Wien

11:30 – 12:15 Elisabeth Pernkopf: Um Aufmerksamkeit betteln. Zur Konjunktur eines Begriffs

12:15 – 13:45 Mittagspause

13:45 – 14:30 Wolfgang Hecker: Rechtsfragen zu Bettelverboten in der Bundesrepublik Deutschland

14:30 – 15:15 Ronald Frühwirth: Zur Pönalisierung des Bettelns

15:15 – 16:00 Barbara Weichselbaum: Bettelverbot in Wien. Beurteilung der einfachgesetzlichen Rechtslage vor dem Hintergrund verfassungsrechtlicher – insbesondere grundrechtlicher – Vorgaben

16:00 – 16:30 Pause

16:30 – 17:15 Markus End: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen“. Zur historischen und soziologischen Dimension des Bettelns im Antiziganismus

17:15- 18:00 Gernot Haupt: Antiziganismus und Religion

Samstag, 12. Juni 2010

09:00 – 09:45 Marion Thuswald: Betteln als Frauenarbeit? Zur Situation von Pendelbettlerinnen in Wien

09:45 – 10:30 Oliver Löhlein: Zwischen Klüften und Fugen. KlientInnenkarrieren in der Wiener Wohnungslosenhilfe

10:30 – 10:45 Pause

10:45 – 11:30 Ferdinand Koller: Argumente und Beweggründe für die Einschränkung des Bettelns in Wien

11:30 – 12:15 Stephan Nagel: Strategien gegen Vertreibung und die Handlungsbedingungen der lokalen Akteure

12:15 – 13:45 Mittagspause

13:45 – 16:00 Entwicklung eines interdisziplinären Forschungsprojektes
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Zeitschrift juridikum durchgeführt und von der ERSTE Stiftung gefördert.

Interessierte ZuhörerInnen sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und sich in die Diskussionen einzubringen!

Information: ferdinandkoller@hotmail.com

Folder zum Runterladen:

Folder Betteln in Wien

2 Antworten to “Interdisziplinärer Workshop – Betteln in Wien”

  1. Gernot Haupt Says:

    Wie aktuell diese Veranstaltung ist, zeigt die Initiative der FPÖÖVP Wels zur Einführung eines allgemeinen Bettelverbots.

    Bitte beteiligen Sie sich an der Online-Abstimmung:
    http://www.meinbezirk.at/Wels(Land)/bez_95,80/channel_1-1-8/chsid_13/uid_14531/id_729675

    Hintergrundinformation des Antifaschistischen Netzwerks Oberösterreich:

    Liebe FreundInnen!

    Die Bezirksrundschau Wels führt derzeit eine Online-Umfrage zum Thema „Soll es in Wels ein generelles Bettelverbot geben?“ durch. Es geht also um den Versuch der Welser FPÖ und ÖVP, auf Gemeindeebene eine Rechtsgrundlage gegen das „Bettlerunwesen“ (so heißt es wörtlich im Antrag) beschließen zu lassen. Die Welser Antifa und die Plattform Pro Integration bekämpfen dieses unmenschliche Wegräumen einer Randgruppe. Auch SPÖ und Grüne haben sich klar dagegen ausgesprochen.

    FPÖ und ÖVP scheinen für die Umfrage zu mobilisieren, weil derzeit (Freitag, 7.45 Uhr) die „Ja“-Stimmen mit 75 Prozent überwiegen.

    Es ist wichtig, dass möglichst viele Leute unter
    http://www.meinbezirk.at/Wels(Land)/bez_95,80/channel_1-1-8/chsid_13/uid_14531/id_729675
    an der Online-Umfrage der Bezirksrundschau Wels teilnehmen und mit „Nein“ stimmen.

    Bitte nehmt selbst teil und leitet den Link dann an antifaschistisch gesinnte Familienmitglieder, FreundInnen, KollegInnen und Bekannte weiter, damit sie ebenfalls abstimmen!! Die Umfrage dürfte bis Montagnachmittag laufen.

    Vielen Dank für Eure Solidarität und freundschaftliche Grüße,

    Robert Eiter

    • Wolfgang Says:

      Ich bin dem Link gefolgt und habe mit „nein“ abgestimmt. Die Stimmengewichtung hat sich in den letzten Wochen aber sogar noch mehr verschoben. Laut Auswertung sind jetzt sogar schon 89% für ein generelles Bettelverbot in Wels. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Zahl repräsentativ ist.

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