„Antiziganistische Zustände“

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am 15. und 16. Oktober  Beginn 20 Uhr

Campus Hörsaal C2 – Altes AKH, Hof 2

detailiertes Programm siehe unten.

Antiziganismus ist tief und innerlich in den westlichen Gesellschaften
verwoben. Fast überall in Europa werden Menschen als „Zigeuner“ verfolgt,
kriminalisiert, strukturell diskriminiert und sind von gewalttätigen
Übergriffen bedroht. Dennoch wird das Thema, abgesehen von
Selbstorganisationen von Roma und Sinti, erschreckend wenig behandelt.
Selbst dort wo sich Kritik, beispielsweise in Teilen der Linken, regt,
fehlen einer tiefergehenden Kritik die angemessenen Begriffe.
Antiziganismus wird als bloßes Ressentiment verstanden, über das sich die
Zivil-Gesellschaft zu empören hat.

Die Institutsgruppe Philosophie (IG Philo) lädt deshalb einige der
Autorinnen und Autoren des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände – Zur
Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments“ zu zwei Abendveranstaltungen
ins NIG ein. Diese haben versucht theoretische Konzepte zu entwickeln, mit
denen angemessener gegen Antiziganismus vorgegangen werden kann. Ausgehend
von einem kurzen historischen Überblick wird am ersten Abend die Situation
in Rumänien dargestellt und inwiefern sie wesentlich mit dem rumänischen
Nation-Building selbst zusammenhängt. Daran werden sich schon Hinweise
herauskristallisieren, welche gesellschaftliche Rolle Antiziganismus in
der modernen Gesellschaft einnehmen kann.

Am zweiten Abend wird dann allgemeiner skizziert, wie die
Arbeitsgesellschaft schon aus ihrer Struktur dazu drängt, Antiziganismus
zu begünstigen. Dass gerade die Kritische Theorie und Adorno im
besonderen, schon wesentliche theoretische Vorarbeit geleistet haben, wird
sich bei dem Versuch zeigen, diese kritisch weiter zu denken, um
schließlich erste Ansätze einer Theorie des Antiziganismus entwickelt zu
haben.

Campus Hörsaal C2 – Altes AKH, Hof 2

Programm

15. Donnerstag:
20:00 Kathrin Herold – Einführung in Geschichte und Gegenwart des
Antiziganismus

20:30 Anda Nicolae Vladu und Malte Kleinschmidt – Antiziganismus in
Rumänien: Was rumänisches nation-building, ethnisierte Arbeitsteilung und
gegrillte Schwäne miteinander zu tun haben

16. Freitag:
20:00 Roswitha Scholz – Antiziganismus und Ausnahmezustand: Der „Zigeuner“
in der Arbeitsgesellschaft.

21:00 Markus End – „Zigeuner“ vs „Bauer“: Ansätze zu einer Theorie des
Antiziganismus auf Basis Kritischer Theorie

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Eine Antwort to “„Antiziganistische Zustände“”

  1. Gernot Haupt Says:

    Ich finde es toll, dass sich auch in Österreich das Thema „Antiziganismus“ nun langsam bekannt wird, und verweise auf weitere Literatur:
    Gernot Haupt: Antiziganismus und Sozialarbeit. Berlin: Frank+Timme 2006.
    Gernot Haupt: Antiziganismus und Religion. Münster: LIT 2009

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