
Die Freiheitlichen in Klagenfurt fordern ein Bettelverbot. Die Kronenzeitung macht Stimmung. In Klagenfurt und Lienz hätten Bettler in Kirchen Gläubige geohrfeigt, schreibt sie im November. Die Polizeibeamten, die dort zitiert werden, sind allerdings unauffindbar. Auch die Anzeigen. Ja selbst die Täter, Zeugen und Watschenopfer. Doch die Geschichte setzt sich fest. In den Köpfen von Politikern und ihrem Wahlvolk. Von Kirchenvertretern und ihren Schäfchen. Bettelverbote werden gefordert - und Gewalt. (Text: Ulrike Gladik. Grafik: Heinz Ortner. Zeitungsausschnitte: Krone.at. Erschienen im Augustin Nr. 291)
Mit ‘Polizei’ getaggte Artikel
CHRONOLOGIE EINER VERHETZUNG
Februar 9, 2011„Nein, nein, nein und nochmals nein“,
Februar 8, 2011antwortet Gerhard Lecker auf die Frage, ob es in Graz zumindest einen polizeilich
belegten Hinweis gibt, dass die Bettelnden gezwungen werden, ihr Geld an Fremde
abzugeben. Lecker weiß es genau, schließlich leitet er die sicherheitspolizei-
liche und kriminalpolizeiliche Abteilung der Grazer Polizei. Aus:
AUGENZEUGINNENBERICHT: Wie sechs Polizisten in Wien gegen eine Bettlerin vorgehen.
April 22, 2010Liebe FriedensaktivistInnen! am Montag dieser Woche passierte mir ein sehr schockierendes Erlebnis, daher bitte ich alle um Zivilcourage im Alltag und um Aufmerksamkeit, um dieser “Säuberung” ein Ende zu setzen, denn es ist genug für uns alle da!!!!! LG Birgit Henökl
Meldung eines Vorfalls am 12.4.2010, 18:00Uhr Vor dem SPAR-Geschäft in der Neubaugasse, vis a vis des Renaissancetheaters, 1070 Wien Vor der SPAR-Filiale in der Neubaugasse sehe ich zu oben genannten Zeitpunkt, wie 6 Polizisten auf eine junge weinende Frau einreden, dass sie mit ihnen mitgehen soll, sie weigert sich aber. (weiterlesen…)
Sozis erlauben Jagd auf «Verwahrloste»
März 13, 2010Zur geplanten Novellierung des Wiener Sicherheitsgesetzes
1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft»), aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes hervor geht. (weiterlesen…)
An eurer «Ordnung» ersticken wir
Dezember 11, 2009
Im Kampf gegen das Betteln beweisen Justiz und Exekutive Fantasie
Während der Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP von der «Stürmung des Christkindlmarktes durch Bettlerbanden» halluziniert, verhängte ein Richter des Unabhängigen Verwaltungssenats eine 20-stündige Polizeihaft gegen den Bettler und Augustinverkäufer Markus H. Sein Delikt: Beim Sitzen an der Hauswand ragten die Beine minutenlang einen (!) Meter in den mehr als zehn Meter breiten Gehsteig der Mariahilfer Straße.
Wenn es um BettlerInnen geht, vergisst die Gesellschaft, dass sie das Erbe der Aufklärung trägt, und steigert sich in einen Irrationalismus hinein, der keine Grenzen zu kennen scheint.
Tatort 1, Platz vor dem Wiener Rathaus. Der konservative Politiker Wolfgang Ulm, der es zum Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP gebracht hat, hat sich eine Aufgabe gestellt, mit der glaubt, in der Adventzeit punkten zu können. Den Christkindlmarkt, «eine wunderbare Sache, eine Wiener Institution», will er vor dem Gesindel retten. (weiterlesen…)