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15:00 bis 18:00
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Mariahilferstraße 42-48 -

An diesem Samstag Nachmittag sollten 100 oder 200 oder 300 Leute in der Mariahilferstraße auf dem Gehsteig sitzen, mit einem Plastikbecherl und einer Papptafel auf der zum Beispiel steht: “Bitte helfen Sie mir, das Recht zu verteidigen, Menschen um Hilfe zu bitten. Geldspenden werden umgehend an BettlerInnen weitergeleitet.” Oder etwas in der Art halt, bleibt jedem und jeder freigestellt. Es sollte aber immer in irgend einer Form um Hilfe gebeten werden. Treffpunkt beim Gerngroß. Keine Demo, kein Marsch, keine angemeldete Veranstaltung. Einfach nur Bettelei.https://www.facebook.com/events/461473583924554/?notif_t=plan_user_invited
Autor-Archiv
Ich geh betteln. Wer geht mit. Samstag 27. April 15 Uhr Mariahilferstraße 42-48
April 11, 2013Schutzlose Unsicherheitsherde
April 8, 2013
«Die Bürger fühlen sich gestört» – Bettler_innen sind also keine Bürger_innen?
Dass sich Ereignisse und Entwicklungsstufen der Gesellschaft und Geschichte in Zyklen wiederholten, wollen wir nicht annehmen: Die Chancen, gerechtere Verhältnisse zu erkämpfen, wären dann gering. Die Anhänger_innen der Zyklen-Theorie haben ein starkes Argument: Die Krise wird stärker, und die Schutzlosesten werden zu Sündenböcken aufgeblasen. Wie das schon immer der Fall war. Die auflagestärksten Blätter Österreichs intensivieren ihre Anti-Bettler_innen-Kampagne. Von Robert Sommer. Erschienen im Augustin 341. Foto: Krone
Der «Kurier» ist seinem Selbstverständnis nach seriöser als die führenden Massenzeitungen, die zum Teil Gratiszeitungen sind. Dennoch: Bettler_innen kommen in seiner Berichterstattung fast ausschließlich als Plage vor. Eine kleine Chronologie der «Bettler»-Schlagzeilen, die das erschreckende Verschwinden von Humanität aus dem Tagesjournalismus des Raiffeisen-Blattes ausdrückt: (weiterlesen…)
HUMAN RIGHTS TALK: BettlerInnen – Rechtssubjekte 2. Klasse?
März 15, 2013Diskussion am Donnerstag, den 21.03.2013 um 19.00 Uhr
Ort: Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040-Wien
BettlerInnen begegnen uns im Alltag häufig – zumeist still am Straßenrand sitzend und nur die Hände aufhaltend. Allein dieser Umstand reicht, dass politisch und medial häufig von “Bettelunwesen” die Rede ist. In den Bundesländern gibt es mittlerweile weitreichende Bettelverbote; nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs muss nur “stilles” Betteln erlaubt bleiben. BettlerInnen, die sich “organisieren” oder “aufdringlich” sind, wobei diese Zuschreibungen nicht weiter bzw. unklar umschrieben sind, machen sich hingegen nach den einschlägigen Landesgesetzen strafbar. Die Frage inwieweit dies menschenrechtskonform ist und ob BettlerInnen in der (Rechts-)Praxis gleichberechtigt sind, wird von Christian SCHMAUS (Rechtsanwalt), Gabriela SZEBERENYI (Vinzenzgemeinschaft), Marion THUSWALD (Bettellobby) und Barbara WEICHSELBAUM (Universität Wien, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte) diskutiert. Weiter angefragt ist ein/e Vertreter/in des BMI.
Das Gespräch wird von Sonja Fercher (freie Journalistin) moderiert.
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt!
Weiters möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Videomitschnitte vergangener HUMAN RIGHTS TALK auf zige.tv zur Verfügung stehen.
Im Anschluss an die Diskussion laden die Forschungsplattform “Human Rights in the European Context“ und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte zu einem kleinen Umtrunk ein.
Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit juridikum, zeitschrift für kritik | recht | gesellschaft, derStandard.at und zige.tv statt.
Der Eintritt ist frei, aus logistischen Gründen bitten wir um Anmeldung an humanrightstalk@univie.ac.at
Centrul “mafiei de cersetori”?
März 13, 2013rumänische Übersetzung des Artikels : Hochburg der “Bettelmafia”
Poza unei familii din strada Gumpendorfer
Legenda: Autoritatile municipale si media umilesc folosind expresia “mafia cersetorilor”: Locuitorii unei case din cartierul 6, care s-au refugiat in Viena din cauza frigului si a foamei din Romania.
Centrul “mafiei de cersetori”?
Prezentarea punctului de vedere local al BettelLobby, Viena ( Prezentare pe plan local a punctului de vedere activistilor pentru dreprutile cersetorilor din Viena).
Exista multe astfel de case in Viena, cu tencuiala cazuta, ziduri umede si gunoi in mijlocul curtii. Cauza pentru care a fost asaltata imediat aceasta casa din strada Gumpendorfer din Viena de catre 200 de politist si procurori este cu totul alta: Aici traiesc vanzatori de ziare si solicitanti de azil. Datorita faptului ca, cativa dintre acesti locuitori cateodata au cersit si pe langa asta mai vin si din Rominia, purtatorului de cuvant al autoritatilor i-a fost de ajuns sa afirme despre ei ca alcatuiesc o “banda de de cersetori”. (weiterlesen…)
Hochburg der „Bettelmafia“?
März 6, 2013
Es gibt viele solcher Häuser in Wien: abbröckelnder Putz, feuchte Mauern, Sperrmüll im Innenhof. Warum ein Haus in der Wiener Gumpendorferstraße von 200 Polizei- und MagistratsbeamtInnen gestürmt wurde, hat wohl andere Ursachen: Hier wohnen auch ZeitungsverkäuferInnen und Flüchtlinge. Weil einige der BewohnerInnen auch schon mal bettelten und noch dazu aus Rumänien stammen, wurden sie von BehördensprecherInnen in den Medien als „Bettelbanden“ diffamiert. (Die rumänische Übersetzung finden Sie hier.)
Ein Lokalaugenschein der BettelLobbyWien.
Foto: Von Behörden und Medien als „Bettelmafia“ diffamiert: BewohnerInnen eines Hauses im 6. Bezirk, die vor Hunger und Kälte nach Wien geflüchtet sind.
Schon vor Weihnachten bezeichnete die Krone das Haus in der Gumpendorferstraße als „Hochburg der Bettelmafia“ und provozierte damit ausufernde rassistische Postings. Aber auch ÖVP Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm wurde dadurch auf den Plan gerufen: „Die Behörden müssen endlich handeln!“ forderte er unisono mit der Kronenzeitung. (weiterlesen…)
Wien: Massiver Polizeieinsatz und rassistische Hetze gegen Armutsbetroffene
Januar 28, 2013
Verfolgung und Vertreibung von Minderheitenangehörigen steht im vereinten Europa auf der Tagesordnung. Auch in Wien wird massiv Druck gemacht: 200 PolizistInnen stürmten Dienstagnacht ein Haus im 6. Bezirk. Bis zu vier Stunden mussten die BewohnerInnen – viele von ihnen Roma aus Osteuropa – in der Kälte stehen. Die Boulevardmedien Krone und Österreich brachten rassistische Berichte zum “Massenquartier” und den “skandalösen Zuständen”. Auch Wien heute berichtete am 24.1. darüber. Wer den Wien heute Bericht genau anschaut, sieht Bilder von ordentlich aufgeräumten Zimmern und verängstigen BewohnerInnen, die vor allem eins versuchen: Klar zu machen, dass sie arm sind und versuchen für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt zu bestreiten, und dass sie sich immer wieder gegen das Vorurteil zur Wehr setzen müssen, von der Bettelmafia ausgebeutet zu werden. Der Skandal ist also nicht das Haus – auch wenn es baulich nicht im besten Zustand sein mag - und schon gar nicht seine BewohnerInnen, sondern der massive und verstörende Einsatz von Polizei und Magistrat gegen Armutsbetroffene und die rassistische Berichterstattung. Statt auf Aufklärung und Sachlichkeit zu setzen, wird mittels unreflektierter Meldungen an die Boulevardmedien zusätzlich Öl ins Feuer der Hetzkampagnen gegossen. In einem offenen Brief an Bürgermeister Häupl verurteilen wir diese Vorgehensweise.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Häupl!
Ein Haus in der Gumpendorferstraße im 6. Bezirk wird wöchentlich von der Polizei aufgesucht. Viele der BewohnerInnen sind armutsbetroffen. Sie verkaufen Zeitschriften, arbeiten gelegentlich oder betteln. Wir von der BettelLobbyWien haben das Haus schon öfters besucht und mit den BewohnerInnen gesprochen: Die Menschen sind froh, dass sie hier eine Bleibe gefunden haben. (weiterlesen…)
Impulsvortrag mit Dialogrunde: „Die imaginierte Bettlerflut“
Januar 24, 2013
Montag, 11.2.2013, 18 Uhr, Otto Mauer Zentrum, Wien 9; Währingerstraße 2-4, veranstaltet vom IUFE Institut für Umwelt – Friede – Entwicklung
In gegenwärtigen österreichischen MEDIENDISKUSSIONEN kursieren vielfach Bedrohungsbilder zum Thema Migration, welche eine vermeintliche „Flut“ an Zuwanderinnen und Zuwanderern „aus dem Osten“ konstruieren. Dies betrifft z.B. Migrant/innen, die seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ temporär in die Steiermark kommen, um unter anderem durch Betteln Geld zu verdienen; diese werden ausschließlich als „Roma“ wahrgenommen und sind als solche von ausgrenzenden Rhetoriken betroffen sowie Adressat/innen von daran anknüpfenden politischen Maßnahmen und Hilfsprojekten.
In dem Impulsvortrag wird ua. eine neue Studie der Universität Graz besprochen, in der erstmals jene Bilder, die über Romani-Männer (Roma) und Romani-Frauen (Romnija) in den steirischen Medien Verbreitung finden, systematisch analysiert werden (Stichwort „Bettelverbot“). (weiterlesen…)
Die Polizei «kann nicht sagen», ob schon «Bettelmafiabosse» bestraft wurden
Januar 11, 2013
Ein Wissensnotstand (aus dem Augustin Nr. 335)
Wie berichtet, hatte der ranghöchste Bettlerbekämpfer der österreichischen Polizei, der Leiter der Anti-Menschenhandels-Abteilung des Innenministeriums Gerald Tatzgern, in einem Zeitungsinterview die Almosenspender_innen zu verunsichern versucht. Wer einen Bettler, einer Bettlerin ein Geld gibt, unterstütze die Mafia. Denn: 90 Prozent der Einnahmen durch das Betteln fließen, so Tatzgern, in die Tresore der Mafiabosse.
Der Augustin (siehe Ausgabe Nr. 324) wunderte sich, warum Tatzgerns Behauptungen von den Journalist_innen meist ungeprüft übernommen werden. Dabei drängt sich eine distanzierte Hinterfragung geradezu auf. Die Zeitungsredakteur_innen könnten Tatzgern erstens fragen, wie er auf die 90 Prozent kommt, und zweitens, wie viele «Bettelmafiabosse» in Österreich schon verurteilt worden wären. Noch kein einziger, nach dem Wissensstand des Augustin. (weiterlesen…)
Die sogenannte Bettelmafia…
Januar 11, 2013Als Hauptargument für Bettelverbote wird seitens politischer EntscheidungsträgerInnen gerne das Bild der sogenannte “Bettelmafia” kreiert. Auch der steirische Landeshauptmann Voves argumentierte mit Villen in Rumänien und ausbeutenden Hintermännern um ein Bettelverbot durchzusetzen, das gestern vom Verfassungsgerichtshof gekippt wurde.
Bei unserer Pressekonferenz am 13.12.2012 forderten wir die JournalistInnen auf, bei der Polizei nachzufragen, ob schon mal ein “Bettelmafiaboss” verurteilt wurde. Barbara Sorge von der Wiener Zeitung hat nachgefragt und erhielt von der Bundespolizeidirektion folgende Aussage: “Wie viele Menschen bestraft wurden, die andere zum Betteln zwingen, könne man nicht sagen.” Es gab aber “bis November dieses Jahres insgesamt 1338 Anzeigen wegen Bettelei, davon vier Anzeigen wegen Bettelei mit Kindern und 28 wegen organisierter Bettelei. Die meisten Anzeigen gab es wegen aufdringlichen (771) und wegen gewerbsmäßigen Bettelns (423)” (Zitat Wiener Zeitung). Übrigens: für “organisierte Bettelei” kann mensch bereits bestraft werden, wenn er/sie zu dritt betteln geht.
Steirisches Bettelverbot aufgehoben!
Januar 10, 2013Der Verfassungsgerichtshof hat heute das steirische Bettelverbot für verfassungswidrig erklärt und aufgehoben.
Der Verfassungsgerichtshof hat weiters entschieden, keine Reparaturfrist zu geben, sondern die Vorgängerregelung des Landes‐Sicherheitsgesetzes wieder in Kraft zu setzen und er weist ausdrücklich darauf hin, dass “stilles” Betteln nicht verboten werden kann, weil ein Verbot gegen die Menschenrechtskonvention verstößt.
