Weihnachtsmeldung des ÖVP Sicherheitssprechers Ulm

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Wiederholt wurde die Bettellobby auf die einschlägigen Pressemeldung von  ÖVP Sicherheitssprecher Ulm  aufmerksam. Letzten Sommer gab es sogar ein Gespräch zwischen BettellobbyistInnen und Ulm. Ohne  Erfolg, wie man sieht. Der bekennende Christ  ist weiterhin auf Stimmenfang im rechten Lager.  Er denunziert Bedürftige als “Bettelbanden” um  den Boden für seine Forderung nach einem generellen Bettelverbot aufzubereiten.

Die BettelLobby kontert mit einem offenen Brief.

Sehr geehrter Herr Dr. Ulm!

Da wir ja vor einigen Monaten die Möglichkeit eines Austausches mit Ihnen hatten, sind wir doch sehr verwundert, über Ihre jüngste Presseaussendung zum Thema „Bettlerbanden stürmen Christkindlmarkt am Rathausplatz“.

Sehr traurig macht uns neuerlich die Haltung eines Politikers mit christlich-sozialem Hintergrund, nämlich angesichts der bettelnden Menschen mit Ablehnung und der Forderung nach Verboten zu reagieren. Im Hinblick auf die Umstände bei der Geburt Christi – angefangen vom Betteln der Eltern um eine Bleibe bis hin zu der bitteren Armut im Stall zu Bethlehem – finden wir es doch erstaunlich, dass Ihnen das Sichtbarwerden von Armut einen „ungestörten“ Aufenthalt am Wiener Christkindlmarkt verunmöglicht.

Unser Eindruck bestätigt sich, dass die Denunzierung von Notleidenden als „Bettlerbanden“ betrieben wird, um die Akzeptanz für ein generelles Bettelverbot zu erhöhen und Armut und somit die Missstände in unserer europäischen Gesellschaft, zu verstecken.

Anbei noch eine Weihnachtsgeschichte, wie sie sich heute, zweitausend Jahre später abspielen könnte:

Weihnachten in Wien 2009

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot des Kapitalismus ausging, dass alle Welt sich nur mehr um die Ausbeutung der „Armen“ und die Anhäufung von Reichtum der „Reichen“ kümmerte. Und diese Entwicklung wurde immer stärker und geschah zu der Zeit, als das Geld die Welt regierte. Und jedermann ging, dass er sich und seine Familie ernähren könne, ein jeder in ein Land, von dem er hoffte, das Nötigste zum Leben zu bekommen.

Es machte sich auch J. aus Rumänien, aus der Stadt G., in das reiche Land Österreich auf, zur Stadt im Herzen Europas, die da heißt Wien, weil er gehört hatte, dass dort viele Menschen Geld hätten, damit er welches erbetteln könne mit M., seinem vertrautem Weibe; die war schwanger.

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Da die Herberge – ein Matratzenlager in einer überfüllten Substandardwohnung – sehr viel Geld kostete, zogen sie gemeinsam „organisiert“ durch die Straßen der Stadt. Die Kälte vertrieb sie von dort in die geheizten U-Bahnen, wo sie sich nicht nur aufwärmen konnten, sondern auch ständig an Menschenmassen vorbeikamen, bei denen sie um einige Euros baten. Trotz der verachtenden Blicke, der Beschimpfungen und Verleumdungen machten sie sich jeden Tag aufs Neue auf den Weg, M. mit ihrem Kind unter ihrem Herzen, J. mit der Sorge um seine kleine Familie.

Auch am Wiener Christkindlmarkt, wo sie auf die offenen Herzen der Menschen hofften, die dort für ihre Lieben Besorgungen machten, um am 24.12. im Kreise der Familie ein reich beschenktes Weihnachtsfest zu verbringen, wurden Sie beschimpft und vertrieben. Denn der Sicherheitssprecher der ÖVP (einer Partei mit „christlich-sozialer Haltung“) hatte gefordert, sie von dort zu vertreiben, von dort, wo sie hoffen konnten, die Barmherzigkeit der Menschen am ehesten zu finden. Das Wort „Christkindl“, sollte doch die Menschen an die Geburt des Erlösers erinnern, der sich – zumindest laut Überlieferung in der Bibel – immer den Armen, Schwachen und Hilfesuchenden zugewendet hatte…

So wünschen wir Ihnen und allen Menschen, die nicht so viel Glück im Leben haben, ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest auch in Erinnerung an die Armut und das Elend, die Jesus in den ersten Stunden seines Erdendaseins umgeben haben!

Die BettelLobbyWien

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